Wesel: Die neue Frau für die Frauen

Wesel: Die neue Frau für die Frauen

Alleinerziehende, Existenzgründerinnen, Ausländerinnen und Berufsrückkehrerinnen haben eine neue Ansprechpartnerin im Weseler Rathaus: Heike Kemper ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

Was berufstätige Mütter leisten, das kann Heike Kemper gut nachvollziehen. Die 48-Jährige ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wesel. "Diese Aufgabe hat mich gereizt", sagt die gebürtige Weselerin. "Ich war immer berufstätig, eine Zeit lang sogar alleinerziehend. Daher sind mir die Probleme, die im Zusammenhang mit Erziehung und Job auftreten können, nicht unbekannt." Im Januar hat sie Bärbel Reining-Bender im Rathaus als Gleichstellungsbeauftragte abgelöst. Reining-Bender leitet nun das Büro der Bürgermeisterin.

Zuvor hat die 48-Jährige unter anderem im Rechts- und im Personalamt sowie in der Organisation und Personalentwicklung gearbeitet. "Diese Tätigkeit wirkte eher nach Innen. Nun werde ich öfters außerhalb der Behörde präsent sein." Ihre Arbeit fußt auf dem Gleichstellungsgesetz des Landes, dennoch sei sie fachlich nicht weisungsgebunden. "Dies bedeutet, dass ich inhaltlich Schwerpunkte setzen kann", so Kemper.

Konzept zur Chancengleichheit

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Ihr Ziel ist es, Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen zu unterstützen, zu fördern und Chancengleichheit zu vermitteln – und das durch eine persönliche Beratung. Fragen zu Hilfsangeboten für Migrantinnen oder zu Existenzgründungen können bei der Ansprechpartnerin für Frauen geäußert werden. "In den vergangenen 20 Jahren hat sich im Bereich der Chancengleichheit von Mann und Frau viel getan", ist sich Heike Kemper sicher. "Doch eine Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist noch notwendig."

Im Rathaus (288 männliche und 302 weibliche Beschäftigte) wird die Gleichstellungsbeauftragte bei Personalentscheidungen hinzugezogen. Bis Sommer erstellt Kemper zudem intern ein neues Konzept zur Chancengleichheit. "Die Statistik wird unter anderem Aufschluss über die Art der Beschäftigungsverhältnisse von Frauen geben."

Schwerpunkte will sie in diesem Jahr beim Frauenempfang am 13. März zum Thema "Beziehungsgef(l)echte" und am "Runden Tisch gegen häusliche Gewalt im Kreis Wesel" setzen. Zudem wird Kemper mit der Stadtbücherei (Schau über Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller) und den beiden Kliniken (Herz- und Brustgesundheit sowie Gesundheitsinfos in türkischer Sprache) kooperieren. Heike Kemper fühlt sich eng mit Wesel verbunden. Hier legte sie ihr Abitur ab. Nach dem ersten Staatsexamen (Lehramt für Primarstufe) verfasste Kemper ein Buch, das in die Reihe "Studien und Quellen zur Geschichte Wesels" aufgenommen wurde. Ihr Thema: der Wiederaufbau. Sie wohnt mit Lebensgefährte und Sohn (13) in Obrighoven.

(RP)