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Kreis Wesel: Die Frau, die Landrätin werden will

Kreis Wesel : Die Frau, die Landrätin werden will

Landrats-Kandidaten (II): Christiane Seltmann (CDU) aus Dinslaken tritt für die CDU im Kreis Wesel an.

Als politisch unbeschriebenes Blatt hat die CDU Christiane Seltmann ins Rennen um den Topjob im Weseler Kreishaus geschickt. Jetzt hängt ihr Konterfei kreisweit am Wegesrand und steigert den Bekanntheitsgrad der Frau, die Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) aus dem Amt verdrängen will. "Ich gehe gnadenlos auf die Leute zu und stelle fest, dass viele mich vom Plakat her kennen", schildert sie Erfahrungen aus dem Straßenwahlkampf. "Und ich habe noch nie eine böse Antwort bekommen."

Auf Menschen zugehen, sie respektieren, zuhören, freundlich sein. Das kann sie. Davon findet sich auch einiges in ihrem Wahlprogramm. Als Stadtrechtsdirektorin im Dinslakener Rathaus kennt sie Verwaltung in und auswendig. Seltmann versteht sie als Dienstleister. Für den Bürger soll die Kreisverwaltung da sein. Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kommunen ist ein Ziel. Dem Kreis schreibt sie dabei Koordinierungsaufgaben zu. Auf dem kleinen Dienstweg, so sagt sie, lassen sich viele Dinge unkomplizierter und schneller erledigen.

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Ganz oben angesiedelt ist bei Christiane Seltmann das Thema Wirtschaftsförderung. Als Standort will sie den Kreis Wesel stärken, Entwicklung und Vermarktung forcieren. Zum Beispiel für die Hafengesellschaft Deltaport und für Ex-Bergbau-Flächen. Etwa in Kamp-Lintfort. Auch glaubt sie, dass mehr Fördermittel losgeeist werden können als bisher. Lohberg sei dafür ein gutes Beispiel. "Wir brauchen vermutlich Extra-Personal, das sich nur mit der Suche nach Fördergeld befasst", sagt Seltmann, für die auch Tourismus ein wichtiger Faktor ist. Hausboote auf Baggerseen, wie sie in Bislich angestrebt werden, sind für sie "eine total gute Idee". Radwege, Reitwege und Gewässer im Kreis Wesel seien echte Pfunde zum Wuchern.

Sicherheit ist ein zweites großes Thema. Vor einem Jahr war sie selbst Einbruchsopfer. Sie weiß daher, wie Betroffene empfinden. "Das bewegt die Leute, das höre ich überall.". Seltmann macht sich für verstärkte Polizeipräsenz stark, will die Ordnungspartnerschaften wiederbeleben. Unter Sicherheit fällt auch das Thema Betuwe. Gut sei es, dass die Feuerwehren entlang der Güterzugstrecke ein gemeinsames Konzept (Rettungswege etc.) entwickelt haben. Nur habe die Bahn eine andere Auffassung. Zum Thema Hochwasser fallen ihr Fragen zu Spritreserven ein: "Was ist, wenn eine Woche kein Strom da ist und deshalb nicht getankt werden kann? Hat die Feuerwehr genug Treibstoff?"

Eine klare Haltung hat sie zum RVR-Gesetz. "Das geht so gar nicht", sagt Seltmann, will als Landrätin für den Fall des Austritts aus dem Regionalverband für Entscheidungsgrundlagen sorgen. Man müsse mit den Kommunen sprechen und Konsequenzen betrachten. Was genau verlieren wir, was gewinnen wir?

(RP)