Hamminkeln: Die Förderschule

Hamminkeln: Die Förderschule

Heinrich-Meyers-Realschule ist stolz auf das Gütesiegel, das ihr Schulministerin Barbara Sommer verliehen hat.Doppelter Ansatz: Nicht nur die Schwächen werden ausgeglichen, auch die Begabungen stehen im Blick.

Ein grünes Quadrat aus weißen Pfeilen, die alle nach rechts oben weisen und in einem großen Pfeil münden, der in dieselbe Richtung zeigt. Mit diesem Zeichen darf die Heinrich-Meyers-Realschule künftig für sich werben. Das Logo ziert das „Gütesiegel für individuelle Förderung“. Schulleiter Manfred Niespor hat’s am Wochenende in Köln von Schulministerin Barbara Sommer in Empfang genommen. Der Rektor trommelte gestern in der großen Pause sein komplettes Kollegium zusammen, um dem Lehrer-Team das schmucke, repräsentative Schild in den freundlichen Landesfarben weiterzureichen sowie der versammelten Pädagogenschaft Glückwunsch und Dank auszusprechen.

„So eine Auszeichnung ist nur möglich, wenn das Konzept gelebt wird und die ganze Mannschaft geschlossen hinter der Idee steht“, sagte Niespor und wies mit Stolz darauf hin, dass mit der Realschule nur noch weitere 90 der rund 10 000 Schulen des Landes das Gütesiegel führen dürfen.

„Eine Vision ist wahr geworden“

Schon bei Gründung der Schule Mitte der 90er Jahre sei Förderung nach der Devise „Lernen lernen“ ein bedeutsamer, selbst gestellter Anspruch gewesen, so Niespor gestern. Dieser Leitgedanke sei in den Folgejahren konsequent und engagiert weiterentwickelt worden und habe nun zur ministeriellen Anerkennung geführt. „Eine Vision ist wahr geworden“, freut sich Niespor über das höchste Lob.

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Bedeutsam sei, dass Förderung an der Realschule in zwei Richtungen gedacht werde. Es gehe sowohl darum, Schwächen einzelner Schüler auszugleichen, aber auch darum, besondere Begabungen zu unterstützen. „Gerade dieser Gedanke war lange verpönt und gilt erst seit wenigen Jahren als pädagogisch korrekt“, so der Schulleiter.

Dass individuelle Förderung an seiner Schule kein konzeptioneller Papiertiger ist, sondern in der unterrichtlichen Praxis beachtliche Sprünge hinlegt, belegt Niespor mit messbaren Daten. Bei den Lernstandserhebungen schaffen es die Realschüler regelmäßig „aufs Treppchen“ und bei der ersten zentralen Abschlussprüfung hätten seine 10er Spitzenniveau bewiesen. Durchschnittsnote 2,3. Und 30 der jüngsten Absolventen hätten bei ihrer Mittleren Reife eine 1 vor dem Komma geschafft.

Aber nicht nur in der Spitze kann die Schule beachtliche Erfolge vorweisen. Auch die „signifikant niedrige Zahl der Sitzenbleiber und Abbrecher“ sei auf vielfältige Bemühungen zurückzuführen, „möglichst jeden mitzunehmen“. Nur sechs Schüler hätten im zurückliegenden Schuljahr das Klassenziel nicht erreicht, vier davon hätten’s nach Verlängerung in der Nachprüfung dann gepackt. Nur einzelne würden auf die Hauptschule wechseln, mehr aufs Gymnasium. Der Karriere-Pfeil hat die Tendenz nach oben.

(RP)