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Dezernent gesucht: Laut Politik „kaum geeignete Bewerber“ für Rathausstelle

Wesel : Dezernent gesucht: Laut Politik „kaum geeignete Bewerber“ für Rathausstelle

Im März hatte sich SPD-Fraktionschef Ludger Hovest noch zuversichtlich gegeben: „Eine B2-Stelle in der Weseler Stadtverwaltung, da werden wir schon jemanden finde“, sagte er damals.

Die geplante Personalrochade im Weseler Rathaus gerät wegen unerwarteter Probleme ins Stocken. Die Verwaltung sucht einen Nachfolger für Klaus Schütz (CDU), der vom Weseler Ordnungsdezernat zur Kämmerei wechselt. Die Stelle war ausgeschrieben worden. Wie aus Kreisen der Politik nun allerdings bekannt wurde, seien die bisher vorliegenden Bewerber aufgrund ihrer Vita und Qualifikationen so ungeeignet für den Posten, dass erneut ausgeschrieben werden soll. „Wir sind selbst darüber überrascht“, hieß es aus Kreisen der Politik am Dienstag. Im März hatte sich SPD-Fraktionschef Ludger Hovest noch zuversichtlich gegeben: „Eine B2-Stelle in der Weseler Stadtverwaltung, da werden wir schon jemanden finden“, sagte er damals.

Per Ausschreibung gesucht war eine „dynamische, entscheidungsfreudige und verantwortungsbewusste“ Persönlichkeit für die Bereiche Gebäudeservice und Informationstechnik sowie Personal, Organisation und Recht. Der Wohnsitz Wesel war vorgegeben.

Ist eine Dezernentenstelle in Wesel so unattraktiv, dass sich kaum jemand bewirbt? Die Politik jedenfalls scheint vorher keinen Kandidaten ausgeguckt zu haben, wie es sonst schon einmal üblich ist. Finanziell ist der ausgeschriebene Posten des Dezernenten nicht unattraktiv. Die Stelle wird mit B2 besoldet, rund 7500 bis 8000 Euro, bei deutlich weniger Abzügen als Normalverdiener, landen im Portmonee. Klaus Schütz rückt in die Besoldungsstufe B3 auf.

Im April hatten die Fraktionschefs von CDU und SPD, Jürgen Linz und Ludger Hovest, mitgeteilt, dass es einen Wechsel an der Spitze der Kämmerei geben solle. Sie zählten Paul-Georg Fritz (Grüne) an. Nach Ende seiner achtjährigen Amtszeit Ende Januar soll er abtreten. An seine Stelle soll Klaus Schütz zum 1. Februar 2019 rücken, derzeit Ordnungsdezernent in Wesel. Somit bleibt offen, wer an die Stelle von Schütz in einem neuen Dezernat mit den Fachgebieten Gebäudeservice, Informationstechnik, Personal, Organisation und Recht folgt.

Zwischen Kämmerer Fritz und den beiden Fraktionschefs von CDU und SPD gilt das Tischtuch als zerschnitten. Immer wieder verlangte die Politik von Fritz, dass er Haushalte mit einer schwarzen Null vorlegt. Stattdessen habe der Kämmerer immer wieder auf die Notwendigkeit von Steuererhöhungen verwiesen.

(sep)