Hamminkeln: Der Schwanenvater von Ringenberg

Hamminkeln : Der Schwanenvater von Ringenberg

Hans Pauleit hat im Ringenberger Schlossgarten für Leben gesorgt: Gemeinsam mit Klaus Frede hat der Rentner zwei schwarze Schwäne und ein Rotgans-Paar im Graben angesiedelt. Mittlerweile fressen die Tiere dem 78-Jährigen aus der Hand – eine enge Bindung.

Der kleine Park hinter dem Ringenberger Schloss ist ein beliebtes Ausflugsziel. Sowohl Anwohner als auch Besucher und Radfahrer legen gerne eine Pause am Schlossgraben ein. Seit zwei Jahren gibt es eine besondere Attraktion: Zwei schwarze Schwäne und zwei Rostgänse leben am Ufer friedlich miteinander. "Anfangs gab es auch mal Streitereien. Wie bei den Menschen, so ist es auch mit den Tieren", sagt Hans Pauleit. Von den Ringenbergern wird der 78-Jährige liebevoll Schwanenvater genannt. Gemeinsam mit Klaus Frede hat er die Schwäne und Gänse als Jungtiere im Schlossgarten angesiedelt.

Dominantes Weibchen

Ursprünglich sollten es weiße Schwäne sein, doch die beiden Rentner fanden keinen Züchter. In Helderloh erstanden sie schließlich das schwarze Schwanenpaar und zwei Rostgänse, die sich inzwischen eingelebt haben. Das dominante Rostgansweibchen habe zu Anfang für Unruhe gesorgt, sei aber jetzt gegenüber seinen Mitbewohnern gnädiger gestimmt. "Das Weibchen kommt immer zuerst und wenn das Teichufer mal zugewachsen ist, gehen die Gänse voran ins Wasser. Die Schwäne sind sehr vorsichtig und empfindlich", weiß Pauleit.

Jeden morgen um 9 Uhr sieht der Rentner bei den Tieren nach dem Rechten. Abends gibt es pünktlich um halb acht Körnerfutter für die gefiederten Schlossbewohner. Die Vögel wissen ganz genau, wann sie mit ihrem Ziehvater rechnen können. "Wenn ich mal später dran bin, kommen sie mir schon entgegengelaufen und machen Theater", erzählt Pauleit. Die Schwäne fressen ihm aus der Hand. Das Füttern diene im Sommer mehr dem Erhalt der Bindung zwischen Mensch und Tier, berichtet Pauleit.

Ursprung in Australien

Auf der regelmäßig gemähten Wiese finden Schwäne und Gänse genügend frisches Grün. Im Winter wird zweimal täglich zugefüttert. Schwarze Schwäne kommen ursprünglich aus Australien. Die Ansiedlung nicht heimischer Arten steht vielerorts bei Behörden und Naturschützern in der Kritik. In der Schweiz drohe dem schwarzen Schwan gar der Abschuss, Rostgänse würden dort schon bejagt, so Pauleit. "Das ist Diskriminierung", findet der Tierfreund. Für ihn sind die schwarzen Schwäne etwas Besonderes. "Weiße hat doch jeder." In ein oder zwei Jahren könnte sich sogar Nachwuchs in der Vogel-WG einstellen. Auch am nahegelegenen Storchennest, das der Heimatverein errichtet hat, wurde in diesem Jahr ein einzelnes Tier gesichtet. "Wir hoffen, dass der Storch im nächsten Jahr mit einer Partnerin wiederkommt", sagt Klaus Frede. Wenn Hans Pauleit verhindert ist, übernimmt der 66-Jährige die Pflege der Wasservögel.

Der Schlossgarten liegt den Rentnern, die beide im Vorstand des Heimatvereins tätig sind, am Herzen. Durch das ehrenamtliche Engagement des Vereins konnte der ehemals verwilderte Park in neuem Gewand eröffnet werden.

(RP)
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