Wesel: Der Motor der Leichtathletik

Wesel: Der Motor der Leichtathletik

Manfred Frach ist seit vielen Jahren visionärer Kopf und starkes Herz der Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV. Der Schrittmacher für den Ausbau des Auestadions sorgt mit glänzenden Wettkämpfen für einen guten Ruf der Stadt.

Manfred Frach wäre nicht Manfred Frach, wenn er im Ziel nicht gleich wieder durchstarten würde. Jahrelang hatte der Leiter und Motor der Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV dafür gekämpft, dass das Auestadion auf acht Bahnen erweitert wird, um für internationale Großveranstaltungen salonfähig zu sein. Als Wesels Vorzeige-Sportstätte vor wenigen Tagen offiziell eröffnet wurde, machte Frach bereits den nächsten Schritt nach vorne.

Er kündigte bei der Feierstunde unterm Tribünendach an, dass Weseler TV und Weseler SV die Interessen-Gemeinschaft Auestadion gründen wollen. Sie wollen damit die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur schaffen, "um das Sport - und Veranstaltungsangebot in Wesel qualitativ zu erweitern". Ein Kunstrasenfeld für die WSV-Fußballer und eine Sprintgerade zum Aufwärmen zwischen Halle und Stadion für die Leichtathletik sind die nächsten Visionen, die Frach hat.

Exzellente Bedingungen

Der Mann wird nie zufrieden sein, werden Kritiker jetzt sagen, die vielleicht auch ein bisschen neidisch auf das gucken, was vor allem durch die Initiative des Weseler TV mit Frach als unermüdlichem Antreiber in der Aue entstanden ist. Doch der 49-Jährige, der Mitglied der Geschäftsleitung bei Clyde Bergemann ist, ist kein Nimmersatt, der nicht zu schätzen weiß, was für exzellente Rahmenbedingungen durch das Auestadion für seine Abteilung und seine ehrgeizigen Pläne geschaffen worden sind. Doch Stillstand bedeutet für Manfred Frach, Vater von zwei Töchtern, Rückschritt. Er ist kein Sportfunktionär, der sich auf dem ausruht, was erreicht wurde.

"Weiter, weiter, immer weiter" — der Spruch, für den Torhüter-Legende Oliver Kahn steht, ist auch Manfred Frachs Leitsatz in Zeiten, wo die Bedingungen für den Sport immer schwieriger werden. Weniger Zuschüsse, Nutzungsgebühren für die Sportanlagen, teils verkrustete Strukturen in den Verbänden — das sind Dinge, die den Vereinen die Arbeit erschweren.

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Nur wer da Visionen hat, unerlässlich fordert und stets bereit ist, neue Dinge anzupacken, kann sich behaupten und im Konzert der Großen mitspielen. Das tut Wesel in der Leichtathletik mit einer herausragenden Veranstaltung wie dem Springermeeting, das Jahr für Jahr Spitzenleistungen und bundesweite Schlagzeilen produziert. Werbung dieser Art hat die Stadt nicht viel.

Vor gut drei Jahrzehnten begann Manfred Frach seine Arbeit in der Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV. Er begann als junger Trainer auf der Wiese am Eingang des Lippestadions damals einem Rohdiamanten den ersten Feinschliff zu verleihen: Michael Möllenbeck. Der Diskuswerfer gewann 2001 und 2005 bei den Weltmeisterschaften sowie 2002 bei der Europameisterschaft die Bronzemedaille.

Frach wusste schon damals, dass die Leichtathletik in Wesel nur eine gute Zukunft haben würde, wenn sie eine Kunststoffbahn erhalten würde. Der WTV bekam sie im Auestadion. Er bekam dort auch eine Tribüne, einen Mehrzweckraum und eine Halle fürs Training im Winter. Und jetzt die achte Bahn. Der Verein erreichte sein Ziel, weil Frach unablässig forderte. Mit der Penetranz, die nötig ist, um große Projekte umzusetzen. Er hatte dabei im langjährigen WTV-Vorsitzenden Hans-Günter Egerlandt einen Partner, der ebenfalls bereit war, ganz dicke Bretter zu bohren, um ans Ziel zu kommen. "Wir werden das Stadion mit Leben erfüllen", versprach das Duo einst bei der Eröffnung.

Das Versprechen hat der Traditionsverein gehalten. Nicht nur, weil der WTV schon mehrfach Deutsche Mehrkampf-Meisterschaften im Stadion organisiert, das Springermeeting als überregional bedeutendes Ereignis installiert hat und mit dem Dreiwiesellauf das große Breitensportfest in der Stadt veranstaltet.

Die Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV steht auch für exzellente Jugendarbeit. Sie geht über das übliche Maß hinaus, weil für den Nachwuchs viel neben dem Trainings- und Wettkampfbetrieb geboten wird. Frach ist der Motor dieser Arbeit — ein Mann mit Visionen und dem Blick über den Tellerrand hinaus, der stets bereit ist, etwas Neues zu wagen. Vor zwei Jahren begab er sich auf unbekanntes Terrain, als die Leichtathleten erstmals eine Triathlon-Veranstaltung organisierten. Sie wurde auf Anhieb zu einem großen Erfolg — wie vieles, was Manfred Frach angepackt hat.

(RP)
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