Der Molkereiplatz in Hamminkeln soll mehr sein als nur ein Transitraum

Hamminkeln : Wie die Hamminkelner ihren Molkereiplatz sehen

In der Mitmach-Werkstatt und Debatte um einen zentralen Platz in Hamminkeln, der sich gegen die Raiffeisenstraße behaupten muss, lieferten Bürger viele Ideen für mehr Aufenthaltsqualität.

Er liegt zentral in Hamminkeln, doch er führt ein Schattendasein: der Molkereiplatz. Seit dem Ausbau der Raiffeisenstraße mit neuen Geschäften und dem dm-Markt ist die Konkurrenz in direkter Nachbarschaft schier erdrückend. Bei der Informationsveranstaltung inklusive Mitmach-Werkstatt für Bürger fiel gar das Wort „Transitraum“, um von der Markt- zur Raiffeisenstraße zu kommen. Ein Warnzeichen, dem man nun „Aufenthaltsqualität“ gegenübersetzen will. Was machbar und wünschenswert aus Bürgersicht ist und wie Leben auf den Molkereiplatz zurückkommen kann, das war jetzt Thema in der gut besuchten Veranstaltung im Rathaus. Sie war Teil des freiraumplanerischen Wettbewerbs, die Vorschläge sollen in die Umgestaltungspläne einfließen. Eine Jury wählt am Ende das beste Konzept aus.

Bürgermeister Bernd Romanski sprach von grundsätzlich „hoher Wertigkeit“ des Platzes, das Projekt werde als erstes im Rahmen des Förderprogramms angegangen. Architektin Ellen Wiewelhowe vom begleitenden Büro Post, Welters und Partner stellte Situation und Ablauf vor, bevor es um „Freiraum“, „Nutzung“, „Verkehr“ und „Wunschecke“ ging. Ihre Beschreibung des Platzes fiel wenig schmeichelhaft aus. Von mangelnder Funktionalität, stellenweise Angsträumen und Stellplatzproblemen war die Rede. Von diesem Level aus gesehen erkannte sie viel Potenzial zur Aufwertung.

Im Hamminkelner Rathaus wurde das Gestaltungsprojekt vorgestellt. Bürgermeister Bernd Romanski (r.) sprach dort vor Bürgern. Foto: Thomas Hesse

Mit den Bürgerideen wird es in einen Wettbewerb gehen, in dem 15 Landschaftsarchitekten, zehn freie und fünf geladene Bewerber, anonym Konzepte einreichen. Wie durch einen Filter soll sich Stück für Stück der Favoritenentwurf durchsetzen. Funktional soll die Situation aufgewertet, die Zuwegung verbessert werden. Mehr Grün soll kommen, besagte Aufenthaltsqualität mit Elementen und Beleuchtung attraktiver werden – als „Pendant zum zentralen Versorgungsbereich“ Raiffeisenstraße und demnächst auch am Rathaus. Rad- und Pkw-Stellplätze gehören zum Konzept ebenso wie die städtebauliche Verknüpfung.

Das alles wünschten sich die Bürger als „lokale Experten“ und machten intensiv mit beim Versuch, gegen das Abhängen des Molkereiplatzes mit seinen Geschäften und Lokalen gegenüber dem Umfeld mitzumachen. Damit zeigte sich, dass die Mitmach-Form ankam. Dafür gab es viel Lob. Zahlreiche weitere Aspekte zur Umgestaltung des Molkereiplatzes – etwa freies WLAN, Wasserspiel, viel mehr Grün und Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer – wurden gefunden, der Output des Abends soll nun in die Wettbewerbsbeschreibung einfließen. „Die Stellwände waren voll mit Vorschlägen“, sagte Jan-Christian Sweers, Organisator aus dem Rathaus. Er freute sich, dass viele Einzelhändler da waren.