Debatte um ÖPNV in Wesel: Die Stadt ist selten der bessere Unternehmer

Kommentar zum Nahverkehr : Die Stadt ist selten der bessere Unternehmer

Es ist kein Ewigkeitsgesetz, dass sich wie bisher Riesenbusse über Land schlängeln. ÖPNV nicht als Kostenfaktor, sondern als Chance begreifen. Da muss die Busreise hingehen.

Ein funktionierender öffentlicher Personennahverkehr zeichnet sich dadurch aus, dass er Kommunen intelligent miteinander vernetzt. Ein Bussystem hingegen, das auf Insellösungen in den einzelnen Kommunen des Kreises Wesel setzt, wäre völlig aus der Zeit gefallen und ein Rückfall in Richtung Kirchturmdenken. Wenn eine Kommune eine Taktung einer Buslinie ändert, müssten alle Buslinien aller anderen Städte darauf abgestimmt werden. Schon dieses kleine Beispiel zeigt: Ein eigenes Stadtbussystem wäre mit einiger Sicherheit großer Murks, bei dem am Ende die Buskunden verlieren. Stadt oder Staat sind obendrein selten der bessere Unternehmer. Deshalb ist der Brief von Ludger Hovest an den Landrat nur eine symbolische Drohung.

Was sich sehr wohl verbessern muss, ist das ÖPNV-Angebot in der Region. Buslinien nur zu streichen, ist keine Antwort auf die Mobilitätswende. Das Aufgabenpaket für die Niag ist immens: Sie wird sich darauf einstellen müssen, auf neue Antriebstechniken zu setzen. Sie wird irgendwann Teil der schönen neuen Mobilitätswelt werden müssen.

Es ist kein Ewigkeitsgesetz, dass sich wie bisher Riesenbusse über Land schlängeln. Menschen werden sich vielleicht irgendwann in selbstfahrenden E-Autos, aufgetankt durch Solarenergie, fortbewegen. Das klingt wie Zukunftsmusik. Das ist aber ein Positivmodell von Mobilität. ÖPNV nicht als Kostenfaktor, sondern als Chance begreifen. Da muss die Busreise hingehen. sep

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