Das Sauerkraut-Projekt von Ginderich

Wesel : Das Sauerkraut-Projekt von Ginderich

Der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur zeigte Kindergartenkindern in der Dorfschule Ginderich, wie aus Kohlköpfen, die im örtlichen Dorfgarten gewachsen sind, die vitaminreiche Gemüsebeilage entsteht.

Haben Sie schon mal probiert? Weißkraut aus Ginderich? Hmm, ist das lecker. Schmeckt noch richtig nach Natur, richtig nach Niederrhein. Studieren statt Probieren hieß es jetzt aber erst mal für die Kleinen aus dem St. Franzikus-Kindergarten in der Dorfschule Ginderich. Der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur St. Mariä Himmelfahrt hatte sich eine ganz ungewöhnliche Aktion ausgedacht – nämlich Weißkohl zu Sauerkraut zu machen.

„Hier im Dorf gab es doch früher so viele Sauerkrautfabriken“, erklärte die Vorsitzende Marie-Therese Bauer die Idee, „da haben wir uns überlegt, den Kindern mal zu zeigen, wie das gemacht wird.“

Seit gut einem halben Jahr betreibt der Verein nun seinen Dorfgarten Allmende an der Glockenkull. Neben vielen Wildblumen wächst und gedeiht dort allerlei Gemüse, wie unter anderem zuletzt auch jahreszeitlich bedingt Bohnen, Kürbisse und eben auch Weißkohl. Die Fördergelder in Höhe von 2000 Euro aus dem Heimat-Scheck-Programm steckte der Verein neben der Bewirtschaftung auch in die Sauerkraut-Aktion. „Der Kindergarten war schon öfter bei uns zu Gast, hat geguckt, wie Weißkohl wächst“, sagt Marie-Therese Bauer. Da könnten die Kinder dann auch mal sehen, wie das Gepflanzte weiterverarbeitet wird. 35 Kohlköpfe mit einem Gewicht von im Durchschnitt etwa zweieinhalb Kilogramm fanden nun den Weg in die Dorfschule. „Wer weiß, was das ist?“, fragte die Vereinsvorsitzende die Kinder zu Beginn. „Richtig, ein dicker, fetter Weißkohl. Oder wie wir hier sagen: Ein Kappeskopp.“

Doch bis aus dem dicken Kohl leckeres Sauerkraut wird, ist es noch ein langer Weg. Erst einmal muss der Kohl zum Kraut werden. Die Kinder staunten, wie die Dorfgärtner Manfred Bauer, Werner Bücker und Josef Bauer den Kohl mit Hilfe einer großen Reibe ganz klein bekamen. Von Gerd Angenendt und Lotti Fenger vom Heimatverein gab’s obendrauf noch eine Prise Salz und ein paar Wacholderbeeren, um den Gärprozess in Gang zu setzen. Dann konnten die Kinder  an ihren Tischen starten. Erst mal kräftig durchmatschen, dann das Weißkraut rein ins Einmachglas und ganz feste drücken. Wer sein Glas etwa zu einem Drittel voll hatte, bekam einen Deckel samt Gummi zum Verschließen.

„Das hat riesig Spaß gemacht“, sagte Elise. Mateo fand das Feststampfen besonders spannend, während Paul sich ganz auf die Wacholderbeeren konzentrierte. „Die Kinder waren mit viel Freude dabei“, stellte auch Kindergartenleiterin Magdalene Mörsen fest. „Wir sind alle ganz gespannt, was jetzt daraus wird.“

Im besten Falle eben leckeres Sauerkraut. Denn die Kinder konnten die Gläser selbstverständlich mit nach Hause nehmen und werden sie dort beobachten – bis sie den Deckel nach etwa drei Wochen öffnen können. Wer es etwas saurer mag, der kann auch noch ein wenig länger warten.

Es gibt schon weitere Pläne: Im November will der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur St. Mariä Himmelfahrt dann die Kinder zum Essen einladen. Dann wird es  Stampfkartoffeln geben mit, na klar, leckerem Sauerkraut aus Ginderich....

(cs)