Schermbeck: Das Kreditgeschäft brummt

Schermbeck: Das Kreditgeschäft brummt

Die Volksbank Schermbeck ist mit dem Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres zufrieden.

Die Rückschau auf das vergangene Geschäftsjahr und ein Ausblick auf die weitere Entwicklung standen gestern im Mittelpunkt eines Pressegespräches, zu der die Volksbank Schermbeck eingeladen hatte. "Das Jahr 2017 war für die Volksbank Schermbeck betriebswirtschaftlich sehr erfolgreich", bilanzierte Vorstandsmitglied Rainer Schwarz.

"Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, die Zahl der Beschäftigten steigt, gleichzeitig nimmt das Armutsrisiko zu. Widersprüchlich sind die Nachrichten aus der Wirtschaft, auch in unserer Region", sagte Schwarz. "Wir müssen Antworten finden auf die Digitalisierung der Gesellschaft", nannte er eine zentrale Aufgabe der Volksbank. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg seien Videokonferenzen. Wie weit die Volksbank dabei im ersten Erprobungsjahr gekommen ist, veranschaulichte Schwarz mit einer simulierten Videokonferenz mit der hausinternen Vermögensberaterin Natalie Neugebauer. Alle Kunden haben die Möglichkeit, sich von einem internetfähigen Laptop, PC, Tablet oder Smartphone aus über eine Webcam von Neugebauer über Produkte und Leistungen der Bank beraten zu lassen und diese auch auf Wunsch sofort abzuschließen.

Die Vorstellung der Kreditgenossenschaft aus betriebswirtschaftlicher Sicht übernahm Norbert Scholtholt. "Ich glaube, dass wir in Schermbeck optimistisch in die Zukunft schauen können", sagte er. Das Arbeitsumfeld für die 73 Mitarbeiter (im Vorjahr 71) sei familienfreundlich gestaltet. Mitarbeiterinnen teilen sich eine Stelle und organisieren sich selbst die Arbeitszeiten so, wie es mit der Familie am besten passt. Einige Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus an mobilen Arbeitsplätzen. Weiterbildung werde großgeschrieben.

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"Unser Kreditgeschäft brummt", sagte Scholtholt. Die Kreditforderungen sind um sechs Prozent auf 223 Millionen Euro gestiegen. Insgesamt haben die Kunden rund 70 Millionen Euro neuer Kredite für Hausbau, Investitionen und Gewerbe bei der Volksbank abgerufen. Darin enthalten sind 22,8 Millionen Euro an Förderkrediten für Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau. Verteilt auf 78 Vorhaben, konnten so zinsgünstige Darlehen der KfW- oder der NRW-Bank vermittelt werden. Die Nachfrage nach Baukrediten ging gegenüber 2016 um knapp 20 Prozent zurück. Das betreute Anlagevolumen, die Summe aller Spargelder, Termingelder, Aktien und Investments, stieg 2017 um 4,4 Prozent auf 448 Millionen Euro. Die Kunden tauschten verstärkt ihre niedrig verzinsten Sparanlagen in Aktien und Investmentfonds ein.

Das Gesamtkundenvolumen stieg um 5,1 Prozent auf 947 Millionen Euro und ist vor allem auf mehr Geschäfte mit den Menschen in der Region zurückzuführen. Dabei habe die Volksbank ganz nach dem genossenschaftlichen Prinzip gehandelt. Das Geld der Sparer und Anleger werde den örtlichen Firmen, Geschäften und Privatpersonen in Form von Krediten weitergeleitet.

Wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung kann die Volksbank wieder eine sechsprozentige Dividende zahlen, falls die Vertreterversammlung im Juni zustimmt. Rund 1,8 Millionen Euro zahlt die Bank an das Finanzamt und in die Gemeindekasse. "Das zeigt", so Scholtholt, "dass wir eine wichtige Wirtschaftskraft vor Ort sind."

(hes)