Wesel: Das Aus: Trapp Infra schließt

Wesel: Das Aus: Trapp Infra schließt

Dem Schock Ende April folgt Gewissheit: Der niederländische Baukonzern Volker Wessels fand keinen Käufer für Trapp Infra und verabschiedet sich vom deutschen Markt. 160 Mitarbeitern in Wesel und Köln wird gekündigt.

Das langsame Sterben des einst weltumspannenden Weseler Bauunternehmens Trapp erreichte gestern eine dramatische Phase. Der niederländische Baukonzern Volker Wessels, seit 1991 im Ex-Familienbetrieb am Ruder, schließt Trapp Infra. Mit der Firma für Tief- und Straßenbau sowie Kanal- und Rohrleitungsbau verschwindet der letzte Zweig, der Trapp im Namen führte und dessen einstiges Kerngeschäft symbolisierte. Betroffen sind 160 Mitarbeiter — davon 110 in Wesel und 50 in Köln. Auf einer dreistündigen Betriebsversammlung in der Niederrheinhalle wurden sie von Geschäftsführer Marcel van der Sluijs informiert. Ende April hatte er den Verkauf angekündigt, weil die Niederländer sich wegen ruinösen Wettbewerbs vom deutschen Markt zurückziehen wollen. Dafür sollten drei Monate reichen. Es wurden vier daraus. Die letzte Hoffnung auf einen seriösen Investor zerschlug sich in dieser Woche.

"Guter Sozialplan"

Enttäuscht nahm Konzernbetriebsratsvorsitzender Friedhelm Bierkant zum Aus Stellung und berichtete von einer niedergeschlagenen Belegschaft. Gleichwohl lobte er die Unternehmensleitung, die alle Verpflichtungen einhalte. Eine Schließung sei eben keine Insolvenz. Den 160 Mitarbeitern wird nun gekündigt. Abgewickelt wird das je nach persönlicher Situation bis Ende März. "Wir haben einen guten Sozialplan abgeschlossen. Ein anderes Unternehmen hätte sich nicht so aus Deutschland verabschiedet", sagte Bierkant. Die IG Bau werde helfen, zum Beispiel die gut 20 Auszubildenden in anderen Unternehmungen unterzubringen.

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In die Versuche, Trapp Infra an den Mann zu bringen, waren Arbeitsminister Guntram Schneider, Landtagsabgeordneter Norbert Meesters, Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sowie Spitzen der ansässigen Geldunternehmen eingebunden. Auch war bekanntlich die Übernahme durch Mitarbeiter angedacht worden. Doch letztlich ließ sich laut van der Sluijs keine tragbare Lösung finden. Der Geschäftsführer kritisierte tarifuntreue Konkurrenz und schlechte Zahlungsmoral — auch öffentlicher Auftraggeber. Um den Bau der B 58 n hatte man sich beworben, die erste Ausschreibung auch gewonnen. Die wurde aufgehoben. Im zweiten Versuch siegte Heitkamp.

Dem Ende für Trapp Infra in Wesel und Köln waren Teilverkäufe vorausgegangen. Sie betrafen im Januar den Gleisbau (RP berichtete) und im Juni den Rohrbau in Berlin. Marcel van der Sluijs sagte, dass der Verkauf des Formen- und Anlagenbaus läuft. Zum Verkauf stehen auch Immobilien. Zum Beispiel an der Trappstraße, wo Heringbau (früher Volker Rail) im Oktober geht und Richtung Essen zieht.

(RP/jt)