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Coronavirus: Sparkasse in Wesel registriert Hamster-Abhebungen

Bilanz und Ausblick : Sparkasse registriert Hamster-Abhebungen

Die Corona-Krise hat offenbar einige Sparer verleitet, größere Beträge abzuheben. Als „völlig übertrieben“ bezeichnet das Sparkassen-Vorstand Friedrich-Wilhelm Häfemeier, dessen Haus mit Service auf die Lage reagiert.

Nach Klopapier, Hefe und Nudeln haben einige Leute in den letzten Tagen offenbar auch Geld gehortet. Die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe hat jedenfalls Abhebungen größerer Beträge festgestellt. Dies berichtete Vorstand Friedrich-Wilhelm Häfemeier am Donnerstag bei der erstmals telefonisch absolvierten Bilanzpressekonferenz für 2019. Neben dem Blick zurück stand natürlich die aktuelle Krise im Fokus. Ein funktionierendes Banken- und Sparkassensystem hat dabei große Bedeutung. Das Hamster-Abheben bezeichnet Häfemeier als „völlig übertrieben“ und versichert: „Es ist genug Geld da.“ Bares sei überdies „nicht dreckiger oder sauberer als andere Dinge des Lebens“, unterliege nicht besonderen Maßnahmen. Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals würden täglich desinfiziert.

In der 668 Menschen (darunter 36 Auszubildende) zählenden Belegschaft des Hauses, das den gesamten rechtsrheinischen Teil des Kreises Wesel abdeckt, gab es bisher zwar schon Corona-Verdachtsfälle, aber keine bestätigte Erkrankung. Alle Kunden-Center sind geöffnet, allein Service-zeiten wurden eingekürzt. Über info@nispa.de, Telefon 0281 2050 sowie das Online-Banking kann alles abgewickelt werden, was der Kunde braucht. Telefonische und (mit Schutzscheiben) persönliche Beratung gibt es von 8 bis 20 Uhr. Die kann jetzt sehr wichtig werden.

Wichtig in Krisenzeiten: Zunächst bis zum 30. Juni können Privatkunden einen Antrag auf Aussetzung ihre Darlehensraten stellen. Das geht über www.nispa.de und gilt denjenigen, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Not geraten. Hilfestellung gibt es zudem beim Beantragen von Kurzarbeitergeld beim Arbeitsamt. Ähnliches gilt für Darlehen aus den Programmen der KfW- und der NRW-Bank. Hier sei laut Häfemeier die Nachfrage schon so hoch, dass man die Bearbeitungskapazitäten erhöht habe (www.nispa.de/soforthilfe).

Darüber hinaus gibt es kleine Unternehmen die Möglichkeit, binnen 48 Stunden einen Sofortkredit zu bekommen. Für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter gibt es ferner die Chance, Soforthilfe per Zuschuss aus der Staatskasse zu bekommen, der nicht zurückgezahlt werden muss. Voraussetzung ist die eidesstattliche Versicherung, von der Corona-Krise betroffen und vorher wirtschaftlich erfolgreich gewesen zu sein. Dabei zu mogeln, zahlt sich nicht aus, denn die Notlage wird später überprüft. Die Sparkasse hilft beim Stellen des Antrags an die Bezirksregierung und finanziert den Zuschuss gegebenenfalls vor. Häfemeier hofft, dass der wirtschaftlich Stillstand in vier bis sechs Wochen aufgehoben werden kann und die Schäden überschaubar bleiben.