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Coronavirus Kreis Wesel: So hat sich Corona entwickelt - Analyse

Analyse der Corona-Entwicklung : Kreis Wesel mit guten Corona-Zahlen

Der NRW-Vergleich zeigt: Obwohl es im Kreis Wesel schon früh einen Corona-Fall gab, sind die Zahlen hier nicht exponentiell gestiegen. Im Vergleich zu Nachbarkreisen sind die Fallzahlen noch als moderat zu bezeichnen.

Im Kreis Wesel erkranken durchschnittlich deutlich weniger Personen am Coronavirus als in benachbarten Städten und Kreisen: Das geht aus einem Vergleich der aktuellen Zahlen hervor, die das Robert-Koch-Institut täglich vorlegt. Demnach liegt der Kreis Wesel aktuell bei 52,85 Erkrankten pro 100.000 Einwohner. In Kleve (104,19) sind es doppelt so viele, im Kreis Borken (148,92) sogar dreimal so viele. Der Kreis Recklinghausen kommt auf 61,27 Fälle, Krefeld auf 93,82, Duisburg auf 65,79 Fälle. Zu bedenken ist dabei, dass der Kreis Wesel schon früh einen Corona-Patienten hatte, diese Person aber ebenso wie die Kontaktpersonen in Quarantäne gesteckt wurden. Zwei Personen sind bisher am Coronavirus im Kreis Wesel gestorben, das sind ebenso viele wie im Kreis Kleve, aber deutlich weniger als im Kreis Borken (7).

Greifen die von den Gesundheitsbehörden ergriffenen Maßnahmen also im Kreis Wesel besonders gut? Bei der Kreisverwaltung herrscht Zurückhaltung, was die Interpretation der Werte angeht: „Die Zahlen sind ein Indikator, mehr aber auch nicht, sagt Kreissprecherin Anja Schulte. Nicht zwingend würde jede an Corona erkrankte Person in der Statistik auftauchen. Wenn ein Hausarzt nach einer Rücksprache einer Person Quarantäne wegen leichter Krankheitssymtome empfiehlt, diese Person aber nicht getestet wird, taucht sie in der Statistik nicht auf. „Das wäre aber natürlich auch in den anderen Kreisen der Fall“, relativiert Schulte.

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Zu bedenken ist außerdem, dass es im Kreis Wesel wegen mangelnder Laborkapazitäten zeitweise nicht die volle Anzahl an Tests gab. Seit Anfang der Woche haben die dezentralen Labors in Dinslaken und Moers die Arbeit wieder aufgenommen. Am Montag soll auch die mobile Station in Schermbeck wieder anlaufen. Schulte betont, dass auch in der Zwischenzeit weiter Tests garantiert gewesen seien – in Kliniken und bei Hausärzten. Es habe also keinen kompletten Teststopp gegeben. Seit Wieder-Öffnung der dezentralen Testeinrichtungen in Moers und Dinslaken sei der Andrang nicht so groß gewesen wie zunächst erwartet. Der Bedarf wird offenbar nun erfüllt.

Ein Rückblick: Am 28. Februar wurde zur Mittagszeit bei einer Mitarbeiterin der Verwaltung des St.-Bernhard-Hospitals Kamp-Lintfort eine Covid-19-Infektion bestätigt. Es war der erste Fall im Kreis Wesel. Danach gab es länger keine neuen Corona-Patienten, ehe die Zahl ab dem 10. März im Kreis Wesel stark anstieg. Laut Experten ist es das Ziel, dass sich die Patientenzahlen in einem Zeitraum von zehn Tagen maximal verdoppeln.

Gemessen daran ist das Ergebnis im Kreis Wesel gut: Am 24. März, also vor zehn Tagen, gab es 164 Fälle, am Freitag, 3. April, waren es 267 Fälle. Binnen zehn Tagen hat sich die Zahl also sogar weniger als verdoppelt. Rund 14 Tage benötigte das Virus ungefähr, um sich – gemessen am Freitagswert – zu verdoppeln. Zum Vergleich: Der Deutschlanddurchschnitt lag bei 11,2 Tagen, der Kreis Wesel steht also besser da als der Bundesschnitt.

Zwar gibt es Zahlen der Corona-Patienten und Verstorbenen, nicht aber, wie viele Tests es gab. Aus dieser Zahl wäre dann ersichtlich, wie viele der Tests tatsächlich ein positives Corona-Ergebnis bringen. Für den Kreis Wesel gilt, dass pro Stelle und Tag in Schermbeck, Dinslaken und Moers jeweils zwischen 40 und 150 Abstriche vorgenommen wurden. Die Zahl der Abstriche wird ab Montag steigen: Ab 6. April steht das mobile Zentrum auf dem Parkplatz der Gesamtschule, Bonifaciusstraße 18 in Schermbeck. Montags und mittwochs werden dort von 13 bis 17 Uhr Abstriche vorgenommen. Patienten können mit einer Laborüberweisung des Arztes in Moers, Dinslaken und Schermbeck getestet werden.