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Coronavirus: Dringender Aufruf an die Bürger im Kreis Wesel

Landräte und Bürgermeister im Kreis Wesel : Dringender Corona-Appell an die Bürger

Die Corona-Fallzahlen steigen auch im Kreis Wesel rasant: 36 neue Fälle über das Wochenende. Der Landrat und die Bürgermeister richten sich in einem gemeinsamen Appell an die Bürger. Vorerst gibt es Entwarnung in Dingden.

Die Corona-Pandemie droht im Kreis Wesel unkontrollierbar zu werden: 36 Neuinfektionen hat es über das Wochenende gegeben, zwei davon in Wesel. Die Ausbrüche geschehen verteilt über den gesamten Kreis, nicht mehr nur an einzelnen Brennpunkten. Zunehmend sind auch Schulen betroffen – nach einem Fall in Dingden am Donnerstag gibt es neue Meldungen aus Hünxe, Dinslaken und Moers. Die Spitzen von Stadt und Kreishaus richten deshalb parteiübergreifend einen dringlichen Appell an die Bürger, den das Kreishaus am Montag in einer eigenen Pressemitteilung versendete.

 Bernd Romanski, Hamminkeln.
Bernd Romanski, Hamminkeln. Foto: Kreis Wesel

Landrat Ansgar Müller (SPD) sagt: „Die Corona-Pandemie ist auch im Kreis Wesel noch nicht ausgestanden, die aktuell steigenden Fallzahlen zeigen dies deutlich. Wir alle sind auch weiter gefordert, die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.“ Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) sagt: „Das Corona-Virus hat keine Ferien gemacht. Daher liegt es weiterhin an jedem und jeder einzelnen von uns, umsichtig zu handeln und den Auflagen zu folgen. Nur so können wir gemeinsam das Virus eindämmen und ganz langsam zu immer mehr Alltag zurückkehren.“ Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski verweist darauf, dass die Pandemie allen Bürgern seit März viel abverlangt habe. „Ich bitte alle, ihre bis jetzt bewiesene hohe Verantwortung und Achtsamkeit zu bewahren, damit sich die Situation nicht wieder verschlechtert.“ Aus Sicht von Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth hat insbesondere das hohe Maß an Disziplin in der Bevölkerung in Verbindung mit den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung dafür gesorgt, dass die Infektionszahlen auf „sehr niedrigem Niveau“ bleiben könnten. „Halten Sie Abstand und die notwendigen Hygienevorschriften ein und nutzen Sie die Masken dort, wo es angezeigt ist“, bittet Rexforth.

 Mike Rexforth, Schermbeck.
Mike Rexforth, Schermbeck. Foto: Kreis Wesel

Eine positive Botschaft gab es aus Hamminkeln-Dingden. Nachdem dort am vergangenen Freitag die Ludgeri-Grundschule wegen eines Coronafalls im Kollegium provisorisch geschlossen worden war, kann der Regelbetrieb ab Dienstag nun wieder aufgenommen werden. „Alle Kolleginnen, die ab morgen unterrichten werden, sind negativ auf Covid19 getestet worden“, teilt Schulleiter Donald Grüter mit. Die Gefahr einer Übertragung im Lehrerzimmer sei auch dadurch minimiert worden, dass dort eine Maskenpflicht gelte. Deshalb hält er es weiter für sinnvoll, dass sich Lehrer im Lehrerzimmer weiter begegnen. „Die Lehrerin hatte keinen Kontakt zu Schülerinnen und Schülern. Einige Lehrpersonen hatten privaten Kontakt zu der Frau und wurden ebenfalls getestet und unter Quarantäne gestellt“, teilt die Kreisverwaltung am Freitag mit. Die Schließung sei notwendig gewesen, damit das Kollegium die Durchführung des weiteren Präsenzunterrichts mit weniger Lehrpersonal vorbereiten konnte.

 Dirk Haarmann, Voerde.
Dirk Haarmann, Voerde. Foto: Kreis Wesel

Die Details des Corona-Stundenplans macht die Schulleitung in Dingden auf ihrer Website bekannt. Die Jahrgänge eins bis drei erhalten jetzt täglich drei Stunden bis 10.45 Uhr Unterricht, der vierte Jahrgang vier Stunden. „Mehr oder längerer Präsenzunterricht ist momentan in der angespannten Personalsituation nicht möglich“, schreibt Schulleiter Grüter. Es gebe für die Kinder gegebenfalls Homeoffice-Aufgaben. Die Kernfächer Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Englisch sollen zunächst gut abgedeckt werden. Ab dem 25. August soll, wenn sich keine Veränderungen in der Corona-Lage ergeben, wieder normaler Unterricht möglich sein.