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Corona-Virus: Wie die Kreisverwaltung in Wesel reagiert

Kommentar zur Woche : Beruhigend in Corona-Zeiten: Ein Lob für unsere Verwaltungen

Keine Panik! Kreisverwaltung und Rathäuser reagieren auf den Corona-Fall in angemessener Weise.

Diese Tage stehen im Zeichen des Corona-Virus. Im Bekanntenkreis, unter Kollegen – beim Plausch gibt es nur ein Thema: Das Virus und die Frage, ob wir jetzt alle unnötig hyperventilieren oder ob wir uns gerade viel zu wenige Sorgen machen? Gerade in diesen Zeiten erweist es sich als beruhigend, wenn als Gegenpol zur Gerüchteflut die öffentlichen Verwaltungen souverän agieren. Nach Lage der Dinge geschieht dies im Weseler Kreishaus, in den Krankenhäusern und den Rathäusern der Kommunen bisher sehr gut.

Am vergangenen Donnerstag haben sich Kreisverwaltung und Rathausspitzen getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Runde nennt sich bewusst Koordinierungskreis und nicht Krisenstab. Auch wenn die Supermarktregale zwischenzeitlich andere Interpretationen zuließen: Eine Krise hat uns das Corona-Virus bisher nicht beschert. Obwohl auch im Kreis Wesel eine Frau an dem Virus erkrankte, die sogar in einem Krankenhaus tätig war, ist offenbar ein Übergreifen größerer Art bisher verhindert worden. Dass dies erfolgreich geschah, ist auch der erfolgreichen Arbeit der Behörden zu verdanken. Es wird aufgeklärt, ohne aufzubauschen. Es wird ruhig kommuniziert. Diese Taktik ist nötig. Und sie wird sich noch einmal als hilfreicher erweisen, wenn demnächst das Virus an der ersten Schule grassiert. Das wird der Lackmustest dafür sein, wie gut die Abläufe besprochen sind. Es wird dann auch auf die Eltern ankommen, die Verständnis dafür haben müssen, dass ein Virus bestehende Abläufe außer Kraft setzt.

An Behördenapparaten wird ja gern einmal kritisiert, dass sie zu statisch seien, dass alles zu langsam laufe und dass eine gewisse Hemdsärmeligkeit fehle. Manchmal treffen diese Vorwürfe zu, jeder hat solche Erfahrungen gemacht. Im Falle des Corona-Virus’ sind aber eben diese Eigenschaften nötig. Viele Absprachen zwischen verschiedenen Akteuren helfen, ein Problem aus allen Blickwinkeln zu beleuchten. Wer nun den Rathäusern vorwirft, dass sie nicht ausreichend Desinfektionsmittel oder Papiertücher gebunkert hätten, der prüfe seinen eigenen Hausstand. Klar scheint: Es wird bald auch im Kreis Wesel weitere Corona-Fälle geben. Wünschen wir uns, dass die Verläufe bei den Patienten ähnlich undramatisch sind wie dies offenbar bei der Frau aus Kamp-Lintfort der Fall ist.

Sebastian

Peters

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