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Corona-Krise als Chance: Im Kreis Wesel werden Bauprojekte vorgezogen

Kreis Wesel : Chance in der Krise: In manchen Schulen wird gebaut

Wie reagieren die Kommunen auf ungenutzte Infrastruktur? Wir haben uns beim Kreis Wesel und in der Kreisstadt umgehört.

So traurig und belastend der weitgehende Stillstand des normalen Lebens wegen der Corona-Krise auch ist: Die Ruhe im öffentlichen Raum bietet auch Chancen. Leere Straßen, Schulen und Plätze laden geradezu dazu ein, problemarme Projekte vorzuziehen oder neu aufzulegen. So störungsfrei wie jetzt, kann selten gebaut werden. Sollte man meinen. Doch aus Sicht der Verwaltungen, die nun Straßen, Schulen und Plätze anpacken könnten, ist das so einfach nicht.

Die wenigsten Probleme, etwas zu beschleunigen, sieht aktuell der Kreis Wesel. Wie das fürs Bauen zuständige Vorstandsmitglied Helmut Czichy auf Anfrage unserer Redaktion sagt, ist mit einigen solcher Vorhaben schon begonnen worden. Es sind im wesentlichen Projekte, die für die Schulferien vorgesehen waren. Die beauftragten Firmen waren bereit und in der Lage, die Arbeiten vorzuziehen. So komme man laut Czichy, nicht in Not, dass etwas vor Ferienende nicht fertig werde. Konkret laufen Arbeiten am Berufskolleg in Wesel, wo die Asbestsanierung fortgesetzt wird. Ferner geht es um Bodenbeläge, Arbeiten an der Elektrik und Trockenbau. Ebenfalls gewerkelt wird in den Förderschulen am Ring in Wesel und in Alpen-Bönninghardt.

Für Neubauvorhaben sieht Helmut Czichy wenig Chancen, bliebe es doch dabei, dass Ausschreibungs- und Vergabeverfahren einzuhalten seien. Das würde schlicht zu lange dauern, um sinnvoll zu sein. Für den Straßenbau seien ebenfalls Möglichkeiten geprüft worden, doch hätten die Firmen Zurückhaltung gezeigt. Einerseits, zu Czichy weiter, fürchteten sie personelle Probleme beziehungsweise Ausfälle. Andererseits wollten Unternehmen keine angefangenen Straßen offen liegen lassen, sondern lieber laufende Projekte abschließen. Darüber hinaus könnten sich wegen der Corona-Krise auch Engpässe in den Lieferketten ergeben. Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen (Abstand etc.) gehen in Moers die Arbeiten am Berufsschul-Campus wie geplant weiter, sagte Czichy.

Ähnlich äußerte sich in puncto Straßenbau Gottfried Brandenburg für die Weseler Stadtverwaltung. So bleibe es zunächst einmal beim geplanten Programm. Für Schulsanierungen erklärte Dezernentin Annabelle Brandes, dass man vorziehen wolle, was möglich sei. Viele Firmen seien derzeit ausgelastet.