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Corona in Wesel: Menschen mit Behinderung sollen geimpft werden

Kreis Wesel teilt Planung mit : Wann Menschen mit Behinderung ihre Impfung in der Niederrheinhalle erhalten

Der Kreis Wesel gibt an, dass der Verein Lebenshilfe voraussichtlich bereits in zwei Wochen mit der Impfung an der Reihe ist. Darum freut sich Vorsitzender Heinzgerd Schott zwar über die Nachricht, ist aber noch verhalten optimistisch.

Am Mittwoch hatte die Meldung, dass 350 Impfdosen für das Weseler Impfzentrum storniert wurden, Heinzgerd Schott, den Vorsitzenden der Lebenshilfe Unterer Niederrhein, kurzzeitig richtig wütend gemacht. Nur zu gerne hätte er die gehandicapten Mitarbeiter in den beiden Werkstätten in Wesel und Alpen-Veen impfen lassen.

Nun aber, nachdem unsere Redaktion ihm die Möglichkeit gegeben hat, offen Kritik zu üben („Ein Skandal“), ist seine Laune spürbar gestiegen. Denn noch vor Veröffentlichung des Berichtes, in dem Schott zu Wort kommt, erhielt Mike Töller, Geschäftsführer der in Rees beheimateten Lebenshilfe, einen Anruf von Michael Weyer. In dem Telefonat habe der Leiter der Impfkampagne in Wesel mitgeteilt, dass die Lebenshilfe voraussichtlich tatsächlich bereits in zwei Wochen an der Reihe wäre und mit dem Impfstoff von Moderna geimpft werden soll. 

Heinzgerd Schott sei froh, dass sich jetzt offensichtlich etwas bewegte und dass die „Menschen mit Handicap und die Angestellten, die diese für die Lebenshilfe betreuen, im Blick der Impfverantwortlichen sind. Allerdings, so Schott: „Ankündigungen wurden schon viele gemacht. Jetzt kommt es darauf an, dass den Ankündigungen und Versprechungen auch zeitnah Taten folgen. Das wäre im Sinne der Vorsorge für unsere ganze Gesellschaft.“

Nach den Kreis-Grünen sowie den SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider und Ibrahim Yetim (wir berichteten) hat nun auch die SPD Wesel Kritik geübt. Es sei ein Skandal, „dass jeden Tag Impfdosen übrig bleiben und für die nächsten Tage dann eine geringere Anzahl bestellt wird, statt alles zu verimpfen, was wir bekommen können“, so Fraktionschef Ludger Hovest. „Die Ursache ist die mangelnde Organisation von Kassenärztlicher Vereinigung und dem Weseler Landrat.“

Die SPD fordert, dass alle Impfdosen verimpft und auf gar keinen Fall abbestellt werden. Es gehe um Leib und Leben, und um die Wirtschaft. „Jeder Tag, an dem die Geschäfte in Wesel geschlossen bleiben müssen, kann den Ruin für manche Geschäftsleute bedeuten. Daher müssen wir um jede Impfdosis kämpfen. Es ist ja wohl nicht zu viel verlangt, dass die KV und der Kreis für jeden Tag eine Reserveliste zur Verfügung haben für den Fall, dass Patienten absagen. Die kann man dann abtelefonieren und impfen. Jede Dosis trägt dazu bei, die Pandemie zu beenden“, so Hovest.