Wesel: CDU stellt Weseler Maikirmes infrage

Wesel : CDU stellt Weseler Maikirmes infrage

Trotz der umstrittenen Forderungen der Schausteller: Die Weseler Politik ist gegen eine Verlegung der Maikirmes zurück in die City. Mehr noch: CDU und WfW stellen stattdessen die Frage, ob zwei Kirmessen für Wesel nicht zu viel sind.

Trotz der umstrittenen Forderungen der Schausteller: Die Weseler Politik ist gegen eine Verlegung der Maikirmes zurück in die City. Mehr noch: CDU-Fraktionschef Linz stellt stattdessen die Frage, ob zwei Kirmessen für Wesel nicht zu viel sind.

Angesichts eines offenbar deutlichen Rückgangs der Besucherzahlen bei der jüngsten Weseler Maikirmes am Rhein, versucht die Schaustellerbranche die Politik von der Rückkehr in die Innenstadt zu überzeugen. Früher wurde die Kirmes auf dem Großen Markt abgehalten. Von bis zu 50 Prozent weniger Besuchern als in der City berichten die Kirmesleute. Das Schaustellergewerbe beißt aber mit seiner Forderung bei der Politik auf Granit. Mehr noch: CDU-Fraktionschef Jürgen Linz sagt sogar: "Es stellt sich dann auch die Frage, ob Wesel zweimal im Jahr eine Kirmes benötigt." Neben der kleineren Maikirmes gibt es noch die großen PPP-Tage, für die Wesel überregional bekannt ist.

Simone Böttner-Pollmann, Sprecherin der Interessengemeinschaft der Schausteller des Kreises Wesel, fordert die Verlegung der Kirmes auf den Großen Markt. Dort gehöre die Kirmes hin, sagt sie. Reaktionen aus der Politik habe sie auf diesen Vorstoß noch nicht erfahren, sagte Böttner-Pollmann gestern. In der Weseler Bevölkerung allerdings scheint es einige Unterstützer zu geben. Auf dem RP-Portal bei Facebook hatte unsere Redaktion am Mittwoch eine Umfrage gestartet: 71 Prozent sprechen sich für die City als Standort aus, 29 Prozent nur für die Kirmes am Rhein.

Klaus Schütz, städtischer Beigeordneter, verweist aber in diesem Zusammenhang auf einen gültigen Ratsbeschluss von 2012, der sich gegen eine Maikirmes am Dom aussprach. "An diesen Ratsbeschluss ist die Verwaltung gebunden." Der Stadtverwaltung lägen keine Besucherzahlen zur aktuellen Maikirmes vor, auch nicht zur früheren Kirmes in der Innenstadt. "Die Kirmes attraktiver zu gestalten und zu bewerben, kann letztlich nur vom Veranstalter geleistet werden."

Eine Rückkehr zum Großen Markt? Aus Sicht der CDU ist der als Standort ungeeignet: CDU-Fraktionschef Jürgen Linz betont, dass es von den Anwohnern dort Beschwerden über Lärmbelästigung gegeben habe. Die altbekannten Probleme kämen für die Anwohner wieder, wenn die Kirmes erneut an den Großen Markt gelegt würde. "Die CDU-Fraktion hält den Standort am Rhein nach wie vor für sinnvoll", sagt Linz. Eine Kirmes werde nicht allein durch den Standort attraktiver, merkt er an. "Vielerorts gibt es mittlerweile keine Kirmes mehr. Die Nachfrage insgesamt hat sich verändert. Familien fahren mittlerweile verstärkt in Vergnügungsparks. Da sehe ich insbesondere den Schaustellerverband gefordert, über neue Konzepte bzw. eine Verbesserung und Veränderung des Angebotes nachzudenken."

Als Alternativstandorte wurden zuletzt der Parkplatz Rundsporthalle, der Parkplatz Niederrheinhalle und die Friedensstraße diskutiert. Jürgen Linz sagt: "Diese Alternativen sind vor Jahren aus gutem Grund verworfen worden. Eine veränderte Situation sehe ich nicht." Ähnlich wie Linz argumentiert auch Thomas Moll, Fraktionschef von "Wir für Wesel" (WfW): "Die Probleme der Anwohner am Markt mit der Maikirmes überwiegen aus unserer Sicht. Die Attraktivität ist nun mal Sache der Schausteller. Wir können als Stadt oder Politik nur einen geeigneten Standort zur Verfügung stellen. Die Attraktivität ist am Rhein gegeben. Ob solche Veranstaltungen noch Zukunft haben können, wir nicht beeinflussen."

SPD-Fraktionschef Ludger Hovest fordert Anstrengungen der Schausteller, die Maikirmes zu bewerben. Die Abschaffung der Maikirmes sei für ihn allerdings "kein Thema", ebenso die Rückkehr an den Dom. Wenn aber Anwohner, Betreiber, Stadt, Kirche und die ISG Domviertel einen Kompromiss fänden, würde die SPD sich nicht dagegen stellen.

(RP)