CDU in Wesel will mehr Flächen für Bauern

Nach Protesten : CDU will mehr Flächen für Bauern

Zu viele Äcker fielen durch den Ökoausgleich weg, argumentiert die Weseler CDU.

Die CDU reagiert auf die von Landwirten im Weseler Wirtschaftsausschuss geäußerten Sorgen. In einem Pressetermin im Weseler Rathaus formulierte Fraktionschef Jürgen Linz das Ziel, dass die Stadtverwaltung bei ihrer Flächenpolitik künftig mehr die Belange der Landwirtschaft im Blick halten müsse. Linz’ Fraktionskollege Volker Dingebauer, selbst Landwirt, sieht als ein drängendes Problem an, dass den Landwirten das Ackerland unter den Füßen weggerissen wird. Beim Bau der Südumgehung beispielsweise fielen 60 Hektar Ackerland weg. Für diese Fläche müsse eine ökologische Ausgleichsfläche geschaffen werden. Anderes Ackerland werde deshalb etwa mit Bäumen und Sträuchern versehen. „Wir Landwirte verlieren dadurch gleich doppelt Ackerland.“

CDU-Fraktionschef Jürgen Linz regt nun an, dass industrielle Brachflächen ökologisch aufgewertet werden sollten. Alternativ, auch dies machte Linz deutlich, solle man neue Gewerbeansiedlungen nicht mehr auf Ackerfläche realisieren, sondern beim Planungsrecht bestehende Vorgaben auflockern. Linz bringt als Beispiel das ehemalige Hotel Bürick, für das es seitens der Hotellerie keine Verwendung mehr gibt. Das Planungsrecht sieht dort aber einen Hotelbetrieb vor. Linz regt an, dass aus dieser Fläche ja auch Gewerbefläche werden könne. So würde Landwirten an anderer Stelle kein Acker­land verloren gehen. „In Büderich gab es noch vor 30 Jahren in jedem der zwölf Polder zwei Landwirte“, sagt Linz. Nun sei insgesamt in den Poldern nur noch ein Landwirt tätig. Er würde die Hilferufe der Landwirte deutlich vernehmen, sagt Linz. Sein Kollege Reinhold Brandts pflichtet ihm bei. „Im Wirtschaftsausschuss wurde deutlich, wie viele Landwirte sich in ihrer Existenz bedroht sehen.

Die CDU betonte, dass manche Vorgaben für die Landwirte einfach nötig seien und man die Zeit nicht zurückdrehen könne. „Auch wir Landwirte haben Fehler gemacht“, formulierte Dingebauer unmissverständlich. So sei viele Jahre lang von vielen Landwirten zu viel Gülle auf den Feldern aufgetragen worden. „Die Konsequenzen sehen wir jetzt, der Boden vergisst nicht so schnell.“ Darauf aber hätten die Landwirte schon reagiert. Überall würde vom Wert der regionalen Produkte gesprochen. Für die Landwirte zahle sich das aber kaum aus, sagte Jürgen Linz. „Wir sind politisch eine Minderheit“, sagte Dingebauer.

Als erste Konsequenz haben die Weseler Christdemokraten ihre Abgeordneten in Bund und Land, Sabine Weiss und Charlotte Quik, um Hilfe gebeten. Die sollten sich kommunenübergreifend dafür einsetzen, dass sich die Lage der Landwirte verbessert. Der Kreis Wesel brauche die Landwirtschaft, sagte Linz. „Landwirte gehören zur Region.“

(sep)
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