Cannabis-Anbau - Drogenfund in Hamminkeln wird jetzt verbrannt

Hamminkeln: Drogenfund wird jetzt verbrannt

Nach dem Fund einer Cannabisplantage mitten im Hamminkelner Ortskern werden die Pflanzen nun entsorgt. Die Polizei ermittelt auch, ob die beiden Bocholter Täter weitere Plantagen dieser Art betrieben.

Der Fund von insgesamt 265 erntereifen Cannabis-Pflanzen in einem Hamminkelner Geschäftshaus war gestern Ortsgespräch im Stadtteil. Bei vielen Geschäftsleuten wurde spekuliert, in welchem Gebäude an der Marktstraße mitten im Ortskern sich der Keller befunden haben könnte.

Unscheinbar: Blick auf das Gebäude von außen. In diesem Komplex wurde die Anlage betrieben. Foto: Klaus Nikolei

Die Polizei selbst darf dazu keine Angaben machen. Wie Recherchen unserer Redaktion ergaben, handelt es sich bei dem betroffenen Haus um den Komplex, in dem unter anderem eine Hamminkelner Arztpraxis und eine Spielhalle ihren Sitz haben. Eine Mitarbeiterin aus dem Geschäftsgebäude bestätigte unserer Redaktion, dass es im Keller schon seit Wochen verdächtig gerochen habe.

Man habe daraufhin auch die Polizei verständigt. Der auffällige Geruch sei immer am Morgen bemerkt worden, weshalb sie davon ausgeht, dass die beiden Männer, denen die Tat vorgeworfen wird, nachts dort agiert haben. "Tagsüber jedenfalls hat man hier nie jemanden gesehen."

1,30 bis 1,50 stattliche Meter waren die 265 Pflanzen groß, bevor sie die Polizei sie erntete. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, würden die Pflanzen nun verbrannt. Wo dies geschieht, das teilte die Polizei nicht mit. Zu medizinischen Zwecken könnten die Pflanzen nicht verwendet werden, denn in Szenekreisen würden solche Pflanzen hochgezüchtet, der TBC-Gehalt liege bei einem Vielfachen einer normalen Marihuana-Pflanze. Das steigere den Verkaufswert.

  • Hanf, Marihuana & Co. : Cannabis-Legalisierung in Deutschland – die Vorteile und Nachteile

Die beiden mutmaßlichen Täter, beide aus Bocholt, sind äußerst professionell vorgegangen. In ihrem Keller-Gewächshaus beleuchteten sie die Pflanzen künstlich. Wärmelampen, Heizlüfter, Stromtrafos, Pflanzendünger und etliche Säcke Blumensäcke konnten im Keller geborgen werden. Selbst eine eigene Belüftungsanlage aus Ventilatoren hatten sie gebaut. Die Polizei durfte die Räumlichkeiten untersuchen, nachdem sie einen Durchsuchungsbeschluss der Kellerräume erwirkt hatte.

Angemietet worden war der Keller von einem 27-jährigen Bocholter. Er soll einen Kompagnon haben, 26 Jahre alt, ebenfalls aus Bocholt. Ob die Männer weitere Plantagen dieser Art betrieben, ist noch unklar. "Das werden die weiteren Ermittlungen zeigen", so die Polizei.

Womöglich hat sich der 27-Jährige selbst verraten. Bei seiner Festnahme fanden die Beamten in seinen Taschen 120 Gramm Marihuana. Über einen Vergleich mit den Pflanzen im Keller wird der 27-Jährige kaum leugnen können, dass er die Plantage selbst betrieb.

Ausführliche Infos zum Cannabis-Anbau und einer möglichen Cannabis-Legalisierung gibt es hier.

(RP)