Wesel: Bürgerin beschwert sich über SPD-Fraktionschef

Wesel : Bürgerin beschwert sich über SPD-Fraktionschef

Nach einem Wortgefecht in der jüngsten turbulenten Schulausschusssitzung hat sich jetzt die Weseler Bürgerin Christine Benning-Cebula über den SPD-Fraktionschef Ludger Hovest beschwert. Hovest hatte in dieser Sitzung den Namen dieser Bürgerin öffentlich genannt, weil sie sich als Leserbriefschreiberin in unserer Zeitung zur Weseler Schulpolitik geäußert hatte.

"Hinterzimmerpolitik" hatte sie kritisiert, Sachargumente würden nicht beachtet.

Hovest machte im Schulausschuss als Reaktion darauf nicht nur den Namen der Frau öffentlich, sondern auch ihre Tätigkeit als Lehrerin am Konrad-Duden-Gymnasium, dazu auch die Tatsache, dass die Kinder dieser Weselerin die Gesamtschule besuchen. Dies führte Hovest als Argument dafür an, dass eine weitere Gesamtschule gegründet werden müsse.

Benning-Cebula schrieb jetzt einen Brief an alle Ratsmitglieder und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Im Hauptausschuss fragte die CDU gestern nach der Beschwerde. Die Bürgermeisterin wollte sich zum Fall noch nicht äußern - man habe ihn in der Verwaltung noch nicht prüfen können. Konkret wirft Christine Benning-Cebula Ludger Hovest eine "Pflichtverletzung" vor. "Herr Hovest hat in diesem Moment meinen Beruf in Kombination mit der Schulsituation meiner Kinder schamlos ausgenutzt, um für die zweite Gesamtschule zu werben, für die es in meinen Augen keine überzeugenden Argumente gibt." Sie sei als Zuschauerin in einer Ausschusssitzung provozierend in eine Rolle gedrängt worden. Hovest habe sie "auszunutzen, bloßzustellen und zu diffamieren" versucht. Ihre Datenschutzrechte seien mit Nennung des Namens missachtet worden. "Meine Kinder öffentlich zu erwähnen, ist datenschutzrechtlich äußerst bedenklich und verletzt ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung."

(fws/sep)
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