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Bühnenhaus: Noch vier Corona-Konzerte im Jahr 2020 in Wesel

Städtischer Musikverein : Vier Corona-Konzerte 2020 in Wesel

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie findet am Samstag im Bühnenhaus wieder ein Konzert statt. Statt 740 Personen haben nach Maßgabe der Hygieneregeln bloß 113 Platz. Der Städtische Musikverein rechnet daher mit Verlusten.

Ein halbes Jahr stand der Konzertbetrieb in Wesel still – nun steht der Neustart bevor. Erstmals seit Beginn der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens bedingt durch die Corona-Pandemie findet am Samstag im Städtischen Bühnenhaus ein Konzert statt. „Himmelhoch jauchzend“ ist der Titel des Programms der Neuen Philharmonie Westfalen. Dieses und drei weitere Konzerte will der Städtische Musikverein noch in diesem Jahr durchführen.

Weil Großveranstaltungen wegen des noch immer grassierenden Virus weiterhin verboten sind, gelten für die vier Konzerte strikte Auflagen. Das Bühnenhaus, das üblicherweise Sitzplätze für 740 Personen bietet, darf nun lediglich 113 Personen einlassen. Die Plätze sind mindestens anderthalb Meter voneinander entfernt, wobei es Einzel-, Zweier- und Dreiersitze gibt. Im gesamten Bühnenhaus müssen Gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der ausschließlich auf den Sitzplätzen abgenommen werden darf.

Zudem wird das Bühnenhaus keinen gastronomischen Service anbieten, die Garderobe bleibt ebenfalls geschlossen. Eine Pause findet nicht statt; die Konzerte sind zeitlich auf 75 Minuten begrenzt. Auch die Orchester, deren Mitglieder zwar regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden, reisen in verringerter Größe an. Deshalb musste auch das musikalische Programm angepasst werden.

Ziemlich genau sechs Monate ist es her, dass mit den Duisburger Philharmonikern letztmalig ein klassisches Konzert im Bühnenhaus stattfand. Vier Tage nach dem Konzert am 9. März beschloss das nordrhein-westfälische Landeskabinett erste Kontaktbeschränkungen. Ab dem 16. März waren die Schulen im ganzen Land geschlossen. Ein Zeitraum, der schon jetzt weit zurückzuliegen scheint.

Der Städtische Musikverein als Veranstalter der Konzerte rechnet angesichts der drastisch reduzierten Besucherzahlen mit finanziellen Defiziten. „Jedes Konzert wird Verluste machen“, sagte Karl Schmitz, Vorsitzender des ehrenamtlich tätigen Vereins. Aus diesem Grund werden alle Karten zu einheitlichen Preisen verkauft: 18 Euro für Kammerkonzerte, 21 Euro für Orchesterkonzerte. Gleichwohl sind Schmitz und sein Stellvertreter Max Brandt froh, dass sie wieder Konzerte veranstalten dürfen. Bestehende Abonnements werden für die neue Spielzeit pausiert und gelten erst ab der nächsten wieder.

Das Auryn Quartett kommt am 9. Oktober zu zwei Konzerten ins Bühnenhaus, die Neue Philharmonie Westfalen am 26. Oktober und Konstantin Krimmel und Daniel Heide zu zwei Liederabenden am 12. und 13. November. Wie und ob die Konzertreihe im kommenden Jahr fortgesetzt wird, will der Städtische Musikverein Ende 2020 entscheiden und bekanntgeben.

Unterdessen startete auch der Chor des 108 Jahre alten Musikvereins nach langer Corona-Pause wieder den Probebetrieb. Dominik Giesen, 25, der den Chor mit mehr als 50 Mitgliedern leitet, hatte zwar Proben per Livestream im Internet durchgeführt, zeigte sich aber froh über den Neustart. Ein Chor habe schließlich auch eine soziale Funktion.

Der Städtische Musikverein hatte für die Chorproben in der Aula der Ida-Noddack-Gesamtschule ein mehrseitiges Hygienekonzept erarbeitet. Beim Singen werden die bei der Übertragung des Coronavirus entscheidenden Aerosole weit verbreitet. Daher sind größere Abstände erforderlich.