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Wesel: Büdericher Mauer trennt – "Müllasche riecht ekelhaft"

Wesel : Büdericher Mauer trennt – "Müllasche riecht ekelhaft"

"Walter Ulbricht lässt grüßen", findet der Büdericher Willi Scholten angesichts der grauen Lärmschutzwände, die derzeit im Bereich der neuen Brücke am Perricher Weg mit ein paar Meter Abstand vor der Wohnbebauung wachsen. Anders als beim Ex-DDR-Staatschef, von dem die legendären Worte "Niemand beabsichtigt eine Mauer zu bauen" stammen, war der Wandbau im Büdericher Außengebiet allen Betroffenen seit langem bekannt. Dennoch ist Scholten ebenso wie andere Anwohner erschrocken, wie kühl und mächtig das betongraue Stück einengt und optisch wirkt. Auch an anderer Stelle geht es um Lärmschutz. Im Hamm sind die Probleme, welcher Schutz kommt, noch nicht ausgestanden. Auch Maria Wolf (71) vom Perricher Weg, deren Haus von Straße und Brücke regelrecht eingekreist ist, kämpft um passiven Lärmschutz – sprich: schallschluckende Fenster. Sie klagt über gesundheitliche Folgen durch die belastete Müllasche, die vor dem Einbau als Straßenfundament direkt vor ihren Fenstern abgekippt lag.

"Die Schutzmauer stört mich nicht. Alle reden über die Verkehrsbelastung durch Schleichverkehre, ich sitze im Gestank, niemand kümmert sich aber um mögliche gesundheitliche Schäden", sagt sie. Sie leide unter Schlaf- und Erinnerungsstörungen, seit die Asche und ihre Ausdünstungen – "ekelhafter Geruch" – ihr das Leben zur Hölle machen. Maria Wolf hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Aber: "Ich soll über Belastungsmessungen beweisen, dass die Asche der Auslöser ist. Das kostet mich 5000 Euro, die habe ich nicht." Sie wohne seit 36 Jahren an der Straße und hätte sich diese Probleme nicht träumen lassen.

(RP)