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Wesel: Brückenmonument: Stadt lobt Sponsoren

Wesel : Brückenmonument: Stadt lobt Sponsoren

80 Gäste kamen gestern Abend zur Einweihung der Skulptur auf der Musikschulwiese, für die Künstler Twan Schutten viel Beifall erhielt.

Die harsche Kritik von Asbestos-Chef Michael Endemann und anderer Sponsoren an der Stadt Wesel haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Bei der offiziellen Einweihung des Brückenkunst-Objektes gestern Abend auf der Wiese vor der Musik- und Kunstschule betonte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp mehrfach, wie wichtig bei der Realisierung des Projektes - neben dem Weseler Künstler Twan Schutten natürlich - die Sponsoren gewesen seien. Ohne sie sei "dieser monumentale Blickfang, um den die Stadt jetzt reicher ist, nicht möglich gewesen". Hier zeige sich, was bürgerschaftliches Engagement alles erreichen könne.

Wie berichtet, hatte Endemann unter anderem beklagt, dass in dem offiziellen Einladungsschreiben der Stadt zu dem Ereignis keine Rede von den Geldgebern (siehe Infokasten) gewesen sei, die in das Projekt zwischen 12 000 und 14 000 Euro investiert haben. Und auch gestern hielt er sich mit Kritik nicht zurück. "Ich wünsche mir, dass die Stadt künftig in ähnlichen Fällen etwas mehr Engagement entwickelt. Wir hätten das ganze Theater nicht gehabt, wenn die Politik frühzeitig das entschieden hätten, wofür sie sich im Nachhinein entschieden hat", sagte der Unternehmer freundlich, aber bestimmt. "Da haben Sie recht. Manchmal müssen solche Diskussionen sein", zeigte sich die Bürgermeisterin durchaus gewillt, aus dieser Sache Lehren zu ziehen.

Twan Schutten, der schon vor gut vier Jahren die Idee hatte, ein etwa zehn Tonnen schweres Stück aus der fast 60 Jahre alten Fachwerkbrücke schneiden zu lassen und an exponierte Stelle aufzustellen, erhielt von den gut 80 Gästen viel Beifall und ehrlich gemeintes Lob für sein Werk. Auf das Angebot der Bürgermeisterin, auch etwas zu sagen, meinte er mit Blick auf die Skulptur bescheiden: "Was ich sagen wollte, habe ich dort gesagt."

Jörg Hüting von der Firma Hülskens, die das von Endemann erworbene Stahlstück hat sandstrahlen, grundieren und von Mitarbeiter Wilfried Polke mit "grauer DB-Brückenfarbe" hat streichen lassen, reihte sich ein in die Schar derer, die vom Anblick der Brückenkunst nahe der Schillstraße ganz fasziniert ist. "Es hat sich wirklich gelohnt. Wir freuen uns und hoffen, dass das Kunstwerk das Eingangstor Wesels verschönt hat."

Extra aus Oberhausen angereist war Johannes Klein-Altekamp (86). Der hatte als junger Ingenieur der Gutehoffnungshütte (GGH) in Sterkrade die zwischen 1951 und 1953 errichtete Rheinbrücke mitentworfen. "Es war damals schwer, an Stahl zu kommen", ließ er seine Zuhörer wissen. Nicht zuletzt seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass ein dreieinhalb Tonnen schwerer Knotenpunkt der alten Weseler Rheinbrücke Anfang Mai auf dem einstigen GGH-Betriebsgelände installiert wurde. Das Denkmal soll an den 1986 geschlossenen Produktionsstandort erinnern.

(RP)