Wesel: Bruckhausen kämpft für TVB- Sportplatz

Wesel : Bruckhausen kämpft für TVB- Sportplatz

Die Bruckhausener Initiative spricht sich gegen eine Bebauung der Sportfläche aus und lud zu einer Infoveranstaltung am Danziger Platz ein. Ein Alternativplan soll den Ort für Neubürger attraktiver machen.

"Ich habe das Gefühl, dass die Meinung der Bürger in der Sache gar nicht berücksichtigt wird", bedauerte Marcel Krause, Vorsitzender der Initiative Sportplatz Bruckhausen, bei einer Infoveranstaltung am Danziger Platz vor Edeka in Hünxe. Die Spielstätte beim TV Bruckhausen soll verkleinert werden und Platz für neuen Wohnraum schaffen. Bereits vor vier Jahren kam diese Idee bei der Gemeindeverwaltung das erste Mal auf. Schon damals zogen Gegner von Haus zu Haus und machten auf das Vorhaben aufmerksam.

"Wir haben keinen Bewohner getroffen, der sich gegen den Erhalt des Sportplatzes ausgesprochen hat", erklärt Krause. Auch in einem Meinungsbild, das die Gemeinde Hünxe angefertigt hat, sprach sich die Mehrheit für den Erhalt des Sportplatzes aus. Vor einem Jahr sei jedoch ein neuer Arbeitskreis gegründet worden, der zu dem Schluss kam, dass neue Wohneinheiten am Sportplatz benötigt werden.

Hintergrund des Vorhabens ist der Rückgang der Bevölkerungszahl um 600 Einwohner in den letzten drei Jahrzehnten. Die Gemeinde möchte das Defizit ausgleichen und plant 136 neue Wohneinheiten. Knapp 40 davon sollen am Sportplatz entstehen.

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"Die Gemeinde ist bereits Eigentümer des Sportplatzes und kann ihn ohne großen Aufwand zu einer Baufläche umfunktionieren. Die haben hier einfaches Spiel", kommentierte Krause das Vorhaben der Verwaltung. Die Bebauung des Sportplatzes solle zwar erst in zehn bis zwanzig Jahren passieren, allerdings habe die Initiative Angst, dass durch eine jetzige Ausweisung des Grundstücks als Baufläche der Bebauung schon stattgegeben wird. Man solle die Situation neu beurteilen, wenn das Vorhaben auch umgesetzt werde.

"Wohnen neben einem Sportplatz kann auf lange Zeit nicht gut gehen", stellt Initiativen-Chef Marcel Krause fest. Spielbetrieb, Training und Veranstaltungen erzeugen Lärm, der zum Sport einfach dazu gehört. "Im ersten Jahr stört der Fußball im eigenen Garten noch nicht, aber im zweiten oder dritten Jahr hat man da keine Lust mehr drauf", fügt Krause hinzu.

"Welchen Anreiz haben Leute, hierhin zu ziehen?" fragt sich die Initiative. Der Sportplatz sei für den Freizeit-Kick oder die ansässigen Sportvereine unerlässlich. Ihr Vorschlag beruht auf einem Plan von Architekt Friedhelm Schwarz, der mit dem TV Bruckhausen erarbeitet wurde: Der Fußballplatz wird verkleinert, ein kleiner Park angelegt, der Platz für Osterfeuer und Schützenfest bietet, Spielplätze für Kinder beinhaltet und Platz zum Verweilen. "Das schafft Attraktivität für Hünxe und lockt neue Bürger in die Gemeinde", so die Sportplatz-Befürworter.

Die Meinung über die Rolle des parteilosen Bürgermeisters Dirk Buschmann fiel am Informations-Stand nicht gerade positiv aus. Das Thema Sport liege dem Bürgermeister scheinbar nicht am Herzen, hieß es.

"Erst wurde die Reithalle abgerissen, bei den Spielplätzen besteht dringender Sanierungsbedarf, auf jeglichen Rasenflächen stehen ,Ballspielen verboten'-Schilder und der Sportplatz erhält auch keine Pflege", fasst Heinrich Peters, der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Brömmekamp, die missliche Situation aus seiner Sicht zusammen.

"Am Ende entscheidet natürlich die Politik, was mit dem Sportplatz geschieht. Wir möchten, dass die Wünsche der Bürger erhört werden und setzen uns weiterhin für den Erhalt ein", sagt Krause über das Ziel der Initiative.

(YP)