Broschüre der IHK: Der Niederrhein in Zahlen

Kreis Wesel: Der Niederrhein in Zahlen

Es gibt laut IHK mehr Beschäftigte in den Unternehmen und eine gute Entwicklung im Produzierenden Gewerbe. Die Suche nach Fachkräften nimmt zu. Und: Hohe Gewerbesteuersätze belasten lokale Betriebe.

Der Niederrhein ist ein starker Wirtschaftsstandort – nicht nur, aber insbesondere auch in den Bereichen Industrie, Verkehr und Logistik sowie Tourismus. Das zeigt die aktuelle Broschüre „Der Niederrhein in Zahlen 2017/ 2018“ der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve anhand vieler spannender Zahlen – angefangen vom Gesamtumsatz in der Metall­erzeugung und -bearbeitung mit 9,5 Milliarden Euro in 2017, über den Schiffsumschlag in den niederrheinischen Häfen mit 56 Millionen Tonnen bis hin zu den Übernachtungszahlen am Niederrhein mit 2,3 Millionen.

Gerade für die niederrheinische Industrie war 2017 ein gutes Jahr. Nachdem die Umsätze in den vergangenen Jahren jeweils leicht gesunken waren, konnte das Produzierende Gewerbe 2017 erstmals wieder eine Umsatzsteigerung verzeichnen. So wurde in Duisburg sowie in den Kreisen Wesel und Kleve zusammengenommen ein Gesamtumsatz in Höhe von 22 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2016 entsprach dies einem Plus von zwölf Prozent.

Der Zuwachs am Niederrhein war damit rund doppelt so hoch wie in ganz NRW (sechs Prozent). Besonders gut entwickelte sich das Produzierende Gewerbe in Duisburg mit einem Gesamtumsatz von rund zwölf Milliarden Euro und einem Plus von fast 18 Prozent im Vergleich zu 2016.

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Die gute Konjunktur spiegelt sich auch in Stellenzuwächsen der niederrheinischen Unternehmen wider. Die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter nahm 2017 im Vergleich zum Vorjahr zwischen 2,2 Prozent im Kreis Wesel und 3,4 Prozent im Kreis Kleve zu. Allerdings stoßen die Firmen inzwischen immer stärker an die Grenzen des Arbeitsmarktes. Der Fachkräftemangel gilt mittlerweile als das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen.

Trotz der überwiegend guten Konjunktur drehte laut Industrie- und Handelskammer die Mehrheit der Gemeinden am Niederrhein in den vergangenen fünf Jahren an der Steuerschraube – darunter ganz besonders solche mit problematischer Haushaltslage. Zwar schwächte sich diese Entwicklung im aktuellen Jahr spürbar ab. Allerdings befinden sich die Hebesätze vieler Gemeinden bereits auf einem sehr hohen Niveau.

„Hohe Gewerbesteuersätze stellen eine spürbare Belastung für die Gewerbetreibenden dar und wirken sich negativ auf Ansiedlungsentscheidungen aus. Dies ist nicht nachhaltig und kann daher auch nicht im Interesse der betroffenen Kommunen sein“, sagt IHK-Statistikexpertin Friederike-Sophie Niemann. „Die notwendige weitere Konsolidierung der Haushalte darf nicht auf dem Rücken der Gewerbetreibenden erfolgen. Hinsichtlich der Altschuldenproblematik muss weiter an einer Lösung gearbeitet werden.“

(RP)
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