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Wesel: Brands betitelt die Abtrünnigen als "Wahlbetrüger"

Wesel : Brands betitelt die Abtrünnigen als "Wahlbetrüger"

Reinhold Brands, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Wesel, hat während eines Auslandsaufenthaltes vom Bruch der CDU-Fraktion und der Gründung der neuen Fraktion WfW mit vier ehemaligen CDU-Ratsmitgliedern erfahren (die RP berichtete exklusiv).

"Dort bin ich über die unglaublichen Vorgänge informiert worden", schrieb er gestern. Er legt schweres Geschütz auf und nennt den Gindericher Franz Bothen sowie Thomas Moll, Jürgen Lantermann und Patrick Tenhaeff "Wahlbetrüger". Wörtlich mailte Brands weiter: "Als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes fordere ich hiermit Bothen, Tenhaeff und Lantermann auf, umgehend das vom Ortsverband Wesel geliehene Mandat niederzulegen. Des Weiteren stelle ich fest, dass es Wahlbetrügern nicht zusteht, eine nunmehr geschlossene CDU-Fraktion zu kritisieren. Da nützen auch keine unhaltbaren Anschuldigungen und Behauptungen. Diese entbehren jeglicher Realität."

In den Aussteigern sieht er "die politischen Verlierer mit Machtbesessenheit, die unsere gutgläubigen Wähler getäuscht haben". Wer mit den mehrheitlichen Verhältnissen in einer demokratischen Partei nicht leben könne, der solle sie verlassen und sein Mandat zurückgeben. Das wäre dann gelebte Demokratie.

Franz Bothen und die anderen denken aber nicht an Mandatsrückgabe. Der Gindericher empfiehlt einen Blick ins Grundgesetz. Dort sei zu lesen, das ein Mandat "personenbezogen" sei. "Außerdem ist es doch wohl Heuchelei, wenn sich dieselbe CDU beschwert, die in der letzten Wahlperiode den Ex-Grünen Thomas Lemken aufgenommen und Forderungen der Grünen auf Mandatsrückgabe mit dem Hinweis an die Personengebundenheit zurückgewiesen hatte", sagt Franz Bothen.

Jenseits dieser Scharmützel bereitet sich die WfW auf die politische Arbeit vor. Wie berichtet, sollte Thomas Moll Fraktionschef werden, Jürgen Lantermann sein Vize. Entsprechend fiel die Wahl am Montagabend aus.

(thh)