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Bovenkerck in Ringenberg: Neuer Korn reift in Fässern aus Kentucky

Brennerei Bovenkerck in Ringenberg : Neuer Korn reift in Fässern aus Kentucky

Die Ringenberger Traditionsbrennerei hat drei neue Spezialitäten im Programm und hofft damit, den Geschmack der Kunden zu treffen. Die Corona-Pandemie hat das Familienunternehmen bislang vergleichsweise gut überstanden.

Die Brennerei Bovenkerck im Herzen von Ringenberg ist für ihre hochwertigen Spirituosen weit über die Stadtgrenzen Hamminkelns bekannt. Das hat sich auch nicht geändert, seitdem das Familienunternehmen 1992 das eigene Brennen einstellte und sich als Veredelungsbetrieb versteht. Denn hier kommt die jahrzehntelange Erfahrung zum Tragen, die Bovenkerck auszeichnet.

„Grob geschätzt“ in der zehnten Generation hat nun Stefan Giesen das Zepter von Claus und Bodo Hasenwinkel übernommen. Ersterer ist der Schwiegervater von Giesen. Denn dieser hat sich als gelernter Betriebsschlosser 2001 bei Umbauarbeiten im Betrieb in die Tochter des Hauses verliebt und hat sozusagen eingeheiratet. Und dann ist er reingerutscht in das Familiengeschäft.

Das kennen auch die Gebrüder Hasenwinkel, die sich mehr als 50 Jahre lang die Geschäftsführung geteilt haben. Weil der Vater jung verstorben war, fragte die Mutter – die letzte geborene Bovenkerck dieses Familienzweigs –, ob die Brüder, die in der Landwirtschaft tätig waren, die Brennerei weiter betreiben würden. Sie taten es.

Dass das Unternehmen Bovenkerck bereits seit 1750 am Markt besteht, hat neben all dem Wissen und den Qualitätsansprüchen auch etwas mit Innovation zu tun. Eigentlich vor allem in der Gastronomie und der Eventszene zuhause, hat die Familienbrennerei in den vergangenen Jahren auch auf Eigenmarken gesetzt, die sie für bekannte Hersteller kreieren und dann unter deren Namen herausbringen. „Das hat uns geholfen, einigermaßen solide durch das Jahr zu kommen“, erzählt Stefan Giesen. Denn in der Gastronomie lief angesichts von Corona ja nicht viel in 2020.

Und jetzt haben sie in Ringenberg wieder etwas neues ausprobiert: Alten Korn in altbewährter Manier und in zwei neuen Geschmacksrichtungen, die alle drei unter dem Titel Selektion 1750 laufen. Die beiden Neuen – Bourbon-Taste und Smoke-Taste – werden 27 Monate in speziellen Fässern gelagert.

Beim Bourbon-Taste kommen die Fässer direkt aus dem US-Bundesstaat Kentucky, um dieses spezielle Aroma zu zaubern. Beim Smoke-Taste kommen verschiedene Holzsorten bei den Fässern zum Einsatz, die für das spezielle Raucharoma sorgen. Vom ersteren haben sie 588 Flaschen abgefüllt, vom zweiten 648. Denn das sind keine Produkte für den Massengeschmack, sondern besonders edle Stöffchen, die mit 29,98 und 32,98 Euro durchaus ihren Preis haben. Dafür gibt es aber auch ganz spezielle Alkoholika.

„Bis auf den ersten Brand machen wir alles selbst“, erzählt Stefan Giesen aus seinem Alltag. Den bekommt Bovenkerck von zwei Brennereien aus Niedersachsen und dem Münsterland, 96-prozentiger Weizenkorn mit einem hohen Malzanteil. „Es ist wichtig, wie man das umsetzt“, sagt Claus Hasenwinkel, der im Betrieb auch gerne „die Zunge“ genannt wird, weil er ausgesprochen feine Geschmacksnerven besitzt.

So legen sie bei Bovenkerck in Ringenberg Wert auf natürliche Zutaten, anstatt künstliche Aromen zu verwenden. „Beim Kirschlikör beispielsweise verwenden wir richtigen Kirschsaft“, erklärt Stefan Giesen. So schmecke der Likör nicht nur nach Kirschen. „Wir bleiben bei der Natur, weil es einfach besser schmeckt“ sagt er.  Die Kunden von Bovenkerck wissen das seit vielen Jahren zu schätzen.

(auf)