Bombenentschärfung in Wesel: 1500 Menschen waren von Evakuierung betroffen

1500 Menschen von Evakuierung betroffen : Weltkriegsbombe in Wesel erfolgreich entschärft

Bei Sondierungsarbeiten am Moltkeplatz für den Bau eines Mehrfamiienhauses ist in Wesel eine britische Fünf-Zentner-Bombe gefunden worden. Der Blindgänger wurde am Nachmittag entfernt. Der Bahnverkehr wurde kurz vor der Entschärfung gestoppt.

Die Bombenentschärfung am Moltkeplatz in Wesel ist abgeschlossen. Um 17.20 ertönte ein einminütiges durchgehendes Sirenensignal. Im Radius von 500 Metern - dazu zählen Teile der Fußgängerzone - waren die Menschen aufgefordert, in geschlossenen Räumen zu bleiben. Betroffen von der Evakuierung in der Weseler Innenstadt waren auch mehrere Unternehmen, darunter die Hauptstelle der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe.

„Bei der Bombe, bei der es sich um eine britische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, gibt es das Problem, dass sie über einen Langzeitzünder verfügt. Und das ist gefährlich. Deshalb ist Eile geboten“, sagte Klaus Schütz von der Stadt Wesel im Vorfeld. Um 17 Uhr hatte die Entschärfung, leicht verspätet, begonnen. In rund 25 Minuten war der Kampfmittelräumdienst fertig. „Es lief alles problemlos“, sagte nachher Ordnungsdezernent Klaus Schütz.

Eine Notunterkunft für die Dauer der Evakuierung hatte die Stadt in der Martini-Hauptschule eingerichtet. Die Feuerwehr kümmerte sich dort um die Menschen. 14 Menschen nutzten diese.

Die Bombe, so erklärte Feuerwerker Uwe Palmroth nach der geglückten Entschärfung, stamme aus dem Jahre 1944 und sei bei der Auswertung von Luftbildern entdeckt worden. Mit Hilfe von sogenannten Raketenklemmen habe er den chemisch-mechanischen-Langzeitzünder aus einer Entfernung von gut 100 Metern ferngezündet. Schütz bedankte sich bei Palmroth herzlich für dessen Arbeit. Der 50-jährige Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes ist seit 25 Jahren vor allem im Kreis Wesel mit dem Entschärfen von Bomben beschäftigt. Das verrostete Exemplar vom Moltkeplatz wird nun im Zerlegebetrieb, Außenstelle Hünxe, fachmännisch entsorgt.

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