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Wesel: Böhlschule: Historische Festungsmauer auf Baustelle freigelegt

Wesel : Böhlschule: Historische Festungsmauer auf Baustelle freigelegt

Im Fundament des Erweiterungsbaus der Innenstadt-Schule wurde ein Teilstück der Bastion "Sophia" aus dem 18. Jahrhundert gefunden.

Eine massive Ziegelsteinmauer, einen knappen Meter hoch, dazwischen eine Öffnung mit Türaufhängung, daneben eine Schießscharte - was bei den Grabungen auf dem Hof der Innenstadt-Grundschule an der Böhlstraße gefunden wurde, konnte von den Experten schnell zugeordnet werden. Es handelt sich um ein Teilstück der Bastion "Sophia", erbaut in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auf dem Hof der Grundschule soll ein Erweiterungsbau mit mehr als 450 Quadratmetern Platz entstehen. "Dort werden wir vier weitere Klassenzimmer und vier Nebenräume zur Verfügung haben", sagt Schulleiterin Astrid Wahl-Weber. Kosten: knapp zwei Millionen Euro.

Zur Vorbereitung des Baugrundstücks wurde die Erde großflächig abgetragen. "Außerdem wurden Probebohrungen durchgeführt und der Boden für den Neubau verdichtet", erklärt Anita Timmreck, Leiterin des städtischen Fachbereichs Gebäudeservice. "Dabei sind wir zufällig auf ein echtes Stück Geschichte gestoßen." Die alte Festung wurde bereits um 1890 aufgegeben und eingeebnet, die Schule 1912 darüber errichtet. "Deshalb verlaufen Teile der alten Bastion unter dem gesamten Schulgelände sowie den benachbarten Wohnhäusern", sagt Denkmalpflegerin Alexandra Kelemen. "Wir werden diesen Fund präzise dokumentieren und abmessen." Anschließend müsse die Mauer jedoch teilsweise abgetragen werden, damit der Neubau wie geplant errichtet werden kann. "Glücklicherweise verläuft die Mauer nur am Rand des Grundstücks", sagt Kelemen, die so einen Baustellen-Fund nicht zum ersten Mal untersucht. "Das ist typisch für die ehemalige Festungsstadt Wesel."

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Die gute Nachricht: Eine Bauverzögerung werde es durch den spontanen Fund nicht geben. Pünktlich zu Beginn des Schuljahres 2016/17 soll der Neubau fertiggestellt sein. Und bevor die Mauer verschwindet, sollen die Grundschüler noch Gelegenheit haben, den historischen Fund zu besichtigen.

(RP)