Bocholter: Bahnhof erhält Mittelbahnsteig

Hamminkeln/Wesel : Bocholter: Bahnhof erhält Mittelbahnsteig

Die Elektrifizierung der Bocholter-Linie bedeutet den Neubau von fünf Übergängen und Stellwerk in Hamminkeln. Die Bahn stellte jetzt die Planung vor.

Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung zur Elektrifizierung der Strecke zwischen Wesel und Bocholt präsentierte die Bahn AG am Freitag im Kreishaus den aktuellen Stand der Planungen. Mit dem Ausbau auf Tempo 100 für Elektrozüge zwischen Wesel und Hamminkeln ist ein höheres Sicherheitsniveau verbunden. Der Bahnhof Hamminkeln wird zum Kreuzungsbahnhof und erhält einen verschließbaren Reisendenüberweg. Zwei Züge sind künftig unterwegs, die dichtere Taktung erhöht das Zugaufkommen, Verdoppelung ist möglich. Dafür geht die Fahrt durch bis Düsseldorf und anderen ICE-Zusteigemöglichkeiten. Die Infrastruktur für den Strombetrieb insgesamt wird angepasst. Das beinhaltet den sicherheitstechnischen Neubau von fünf Bahnübergängen zwischen Wesel und Hamminkeln. Bekanntlich gibt es diesbezüglich Streit. Die Stadt will nicht zu den Kosten herangezogen werden. Sie klagt aber nicht, das war politisch nicht gewollt. Unklar ist der Zeitplan. Andere Übergänge werden nur baulich angepasst, nicht beschrankt. Am Freitag gab es daran heftige Kritik von Lankerner Anwohnern. „Unverantwortlich“, hieß es, dass der unfallgefährdete Übergang Lankernbrok nicht in einem Zug beschrankt werde.

Im Weseler Bahnhof wird ein Kilometer Gleis neu gebaut. Einen neuen Haltepunkt Feldmark wird es nicht geben. Derzeit fahren die Züge von  Bocholt nach Wesel maximal 80. Auf dem Abschnitt zwischen Bocholt und Hamminkeln bleibt es dabei. Ab dann gilt Tempo 100. Mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten solle gewährleistet sein, dass künftig je ein Zug aus beiden Richtungen gleichzeitig in Hamminkeln ankommt. Der Bahnhof erhält einen gesicherten Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen, von dem aus die Passagiere in beide Züge einsteigen können. Ziel ist die bessere Anbindung zwischen Bocholt und dem Ruhrgebiet sowie die direkte Durchfahrt bis Düsseldorf ohne Umstieg – das höhere Tempo dient der entsprechenden Taktung auf der Strecke.

Diese ist in zwei Planfeststellungsabschnitte unterteilt, am Freitag ging es um den im Kreis Wesel liegenden Teil. Für die Planungen seitens der DB bedeutet dies eine mehrstufige Maßnahmenumsetzung, die im ersten Quartal 2019 mit Arbeiten am elektronischen Stellwerk am Bahnhof Hamminkeln beginnen.  In Hamminkeln wird auch ein Ausweichgleis gebaut. Für diese Maßnahmen sind Streckensperrungen angesetzt, die mit den Maßnahmen an der Isselbrücke in Hamminkeln abgestimmt sind. Die unbeschrankten Bahnübergänge zwischen Bocholt und Hamminkeln würden „erst mal so bleiben“.

Pendler müssen sich für das Jahr 2019 auf eine längere Sperrung der Strecke während der Bauphase einstellen, sagte Sebastian Brinkmann, Leiter Anlagen- und Projektmanagement Regionalnetze West bei der Bahn-Tochter DB Netz AG, die für den Streckenausbau zuständig ist. Während dieser Zeit will der Betreiber Abellio Ersatzbusse anbieten. Die Strecke wird komplett vom 24. April bis zum 8. September gesperrt, hieß es zuletzt.

Ob die ursprüngliche Ankündigung, dass der elektrische Bocholter Ende 2019 unterwegs sein wird, eingehalten werden kann, ist nicht klar. Aktuell befinden sich die Maßnahmen zur Elektrifizierung noch im Genehmigungsprozess beim Eisenbahn-Bundesamt. Alle Terminfragen hängen davon ab, wann Baurecht vorliegt. Die Bahn plant jedenfalls mit dem Baubeginn Anfang 2019. Brinkmann verwies auf das Genehmigungsverfahren. „Wir müssen nun sehen, das sauber und vernünftig über die Bühne zu kriegen“, sagte Brinkmann.

(thh)
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