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Wesel: Bislichs Deponie bleibt Streitfall

Wesel : Bislichs Deponie bleibt Streitfall

Giftmüll-Verdacht: Nach Runde im Rathaus soll Anwohner Brüggert Stellungnahme überarbeiten.

Die Auseinandersetzung um die ehemalige Deponie auf dem Gelände des Bislicher Sportplatzes ist noch nicht zu Ende. Anwohner Detlef Brüggert, der Ende Februar den Verdacht auf Giftmüll geäußert hatte, kämpft weiter für tiefer in den Boden gehende Untersuchungen. Gestern kamen Brüggert und der von ihm beauftragte Gutachter Dr. Walther Enßlin (Hilden) mit kiloweise Unterlagen zu einer Unterredung ins Weseler Rathaus. Die waren aber Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und ihren Bau-Experten nicht konkret genug. Bis Mitte Mai, so Westkamp anschließend, soll Brüggert seine Stellungnahme überarbeiten und auch genau sagen, welche Seiten aus früheren Gutachten, zum Beispiel vom Kreis Wesel, fehlen.

"Wir nehmen das Ganze sehr ernst, brauchen aber konkrete Anhaltspunkte. Das ist ja auch für uns wichtig, um nachforschen zu können", sagte Westkamp. "Es war ein konstruktives Gespräch. Wir alle können Brüggerts Sorgen nachvollziehen." Der Anwohner äußerte sich ebenfalls moderat: "Ich muss der Stadt auch eine Chance geben, und die soll sie bekommen", erklärte er.

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Bekanntlich läuft gerade die Abwägung von Stellungnahmen zum geplanten Neubau des Bislicher Sportplatzes am Feldwicker Weg. In diesem Zusammenhang erinnerte Nachbar Detlef Brüggert an die dort früher betriebene Kiesgrube und Müllkippe. Er glaubt, dass in gut 15 Meter Tiefe giftige Stoffe abgelagert sind, die das Grundwasser gefährden. Anfang März war zur Entnahme von Proben nur vier Meter tief gegraben worden.

Brüggert hat Aussagen von Zeitzeugen gesammelt und auch Luftaufnahmen besorgt. Zum Beispiel aus den 70er Jahren. Er nimmt sie zum Beweis dafür, dass seinerzeit eigens mit einem Eimerkettenbagger tiefer ausgegraben wurde als heute vermutet. Und er spricht von einem "gigantischen Volumen". So hat Brüggert weiter den Verdacht, dass zwei komplette Lkw in der Grube entsorgt worden sind. Dies, so sagte er, habe er mittlerweile auch schriftlich.

Den Bau des Kunstrasenplatzes sieht Bürgermeisterin Ulrike Westkamp nicht ernsthaft in Gefahr. Von nicht absehbaren Folgen zu sprechen, hält sie für "zu dramatisch". Der neue Sportplatz sei "ein wichtiges Projekt", vom zeitlichen Rahmen her noch immer im Soll. Wenn Brüggerts Stellungnahme überarbeitet vorliege, bleibe genug Zeit für die Auswertung in der laufenden Abwägung.

(RP)