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Wesel: Bislich: Lärmschutzwall kommt, Müll bleibt

Wesel : Bislich: Lärmschutzwall kommt, Müll bleibt

Behörden und Nachbar Brüggert nehmen Proben von Bislicher Kippe. Auf Ergebnisse wird gewartet. Verwaltung will nun doch Lärmschutz.

Detlef Brüggert ist in den vergangenen Tagen vielfach vorgeworfen worden, er habe nur deshalb das Thema Giftmüll in Bislich aufgebracht, um doch den einst für den neuen Sportplatz vorgesehenen Lärmschutzwall zu bekommen. Dass dieser nun doch wieder kommen soll, beruhigte ihn gestern keineswegs. "Der Giftmüll ist ja trotzdem noch da", sagte Brüggert bei der angekündigten Probebohrung am Feldwicker Weg, der derzeit Schauplatz ist für mehrere Themen:

Sportplatzbau Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Erster Beigeordneter Dirk Haarmann überbrachten mit Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein gestern Mittag die Kunde vom Lärmschutzwall. Dessen Wiederaufnahme in die Planung will die Verwaltung nun dem Rat vorschlagen. Wann es mit dem Sportplatz losgehen kann, hängt von Untersuchungen ab, für die gestern Proben entnommen wurden.

Grabung Baggerfahrer René Wardthuysen aus Emmerich braucht die Schaufel kaum in die Erde zu senken, um ersten Müll ans Licht zu holen. Kreis und Stadt hatten die Aktion abgestimmt und folgten Hinweisen von Anwohnern, an fünf Stellen zu graben. Für Markus Fischer (Kreis) gab es "das erwartete Ergebnis: Hausmüll, wie in den 60er Jahren üblich". Brüggert indes hält die Zusammensetzung für bedenklich. Er hat einen eigenen Experten eingeschaltet, weil er den Behörden nicht traut.

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Der Kreis nahm vom Ausgehobenen Proben und vom Grundwasser bei Nachbarn. Anfang der kommenden Woche soll es Ergebnisse geben. "Mehrere Wochen", so Dr. Walther Enßlin (Hilden) könne es dauern, bis seine Proben untersucht sind. Er bedauert wie sein Auftraggeber Brügger, dass die Löcher gestern wieder mit dem Ausgehobenen verfüllt wurden, und will die Gesetzeslage prüfen. Laut Fischer ist die Verfüllung in Ordnung, weil die Kippe seinerzeit legal war und das heutige Gesetz in dem Fall nicht greift. Wäre auf Anhieb etwas nicht okay gewesen, hätten die Löcher offenbleiben und gesichert werden müssen. Die Zaunelemente waren schon da, konnten aber wieder zurückgeschickt werden.

Funde Gestern leicht zu identifizieren: Bauschutt, Glas, Keramik, Dosen, Reifen, Kanister und viel Plastik. Zudem ölhaltige Erde und als Besonderheit eine blaue Maggi-Flasche (siehe Info-Box).

Kritik Anwohner Brüggert beklagt, dass auf dem benachbarten Ascheplatz, der ebenfalls Teil der ehemaligen Müllkippe ist, vor einiger Zeit nicht an einer bestimmten Stelle gesucht worden ist. Um ein ganzes Ölfasslager dort nachzuweisen, möchte er eine Rammkernsondierung. Die Stadt lehnt dies ab.

Proben Entscheidend ist, was die Untersuchung der Boden- und Wasserproben ergibt. Vor allem, da sind sich Gottfried Brandenburg (Stadt), Markus Fischer (Kreis) und Brüggerts Experte Dr. Walther Enßlin einig, geht es ums Grundwasser.

(RP/rl)