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Wesel: Bislich: Ausflügler erzählen, warum es ihnen am Fährkopf so gut gefällt

Wesel : Bislich: Ausflügler erzählen, warum es ihnen am Fährkopf so gut gefällt

Von der einen Rheinseite zur anderen - von Bislich nach Xanten und zurück - immer wieder, den ganzen Tag über. Das ist seit gestern die Freizeitbeschäftigung von Fährmann Stephan Bredow. "Ich kenne den Strom an dieser Stelle wie meine Westentasche, fahre hauptberuflich täglich mit dem Binnenschiff von Bislich nach Duisburg und zurück", erklärt der 46-Jährige. Statt Kies befördert er mit der Keer tröch II jetzt an guten Tagen bis zu 3000 Spaziergänger und Radfahrer auf die jeweils andere Rheinseite.Der Heimatverein Bislich, Betreiber der Personenfähre, ist froh, Männer wie ihn zu haben.

"Insgesamt haben wir derzeit zwölf Fährleute, das hört sich viel an, aber es könnten durchaus mehr sein. Insbesondere Rentner mit einem Fährpatent sind herzlich willkommen", wünscht sich Betriebsleiter Edmund Ramms.

Dass die Fähre sich stetig steigender Beliebtheit erfreut, liegt auch am Umfeld. Vor allem der gepflasterte und mit gemütlichen Sitzecken ausgestattete Fährkopf auf der Bislicher Seite ist ein beliebter Anziehungspunkt. Und das nicht nur von Gästen der Fähre. "Wir haben viele Stammkunden, die auf einen Kaffee hierher kommen und die Aussicht genießen", so Ramms. Zu den "Sehleuten", die regelmäßig hier anzutreffen sind, gehört auch Ingo Lux. "Ich fahre oft nach der Arbeit mit dem Fahrrad von Rees hierher. Die Atmosphäre ist so herrlich ungezwungen, man kann eine Currywurst essen und dabei den Schiffen hinterher sehen", sagt er.

Die Imbissbude am Rhein erinnert dabei ein wenig an die aus dem Kölner Tatort-Krimi mit Blick auf den Dom, nur dass es diese hier wirklich gibt. Das ist aber nicht der Grund, weshalb die Familie Friedrich aus Köln hierhergekommen ist. Sie genießen mit den drei Kindern ein langes Wochenende in der Jugendherberge Xanten. Die Fahrt mit der Fähre ist für die Friedrichs ein absolutes Muss. "Die Kinder lieben die Fährfahrt, dafür nehmen sie sogar eine längere Fahrradtour in Kauf", berichtet Jutta Friedrich.

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Die Route über den Rhein ist mittlerweile fester Bestandteil zahlreicher Radrouten, die zum Teil als Rundum-Sorglos-Paket angeboten werden. Maria und Ingolf Heynen aus Bedburg-Hau haben eine solche Tour geschenkt bekommen. "Wir haben in Alpen gefrühstückt, die Vorspeise gibt es gleich in einem Bauern-Café auf der anderen Rheinseite. Und dazwischen eine gemütliche Fährfahrt. Das ist herrlich", sagt Ingolf Heynen.

Übrigens kann auf der Fähre auch gefeiert werden. Dafür werden dann die Fahrradständer durch Tische und Stühle ersetzt und Lichterketten angebracht.

(RP)