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Hamminkeln: Betuwe: Ratsfraktionen uneinig

Hamminkeln : Betuwe: Ratsfraktionen uneinig

Die Politik diskutierte die neuen Fakten nach der Bahn-Positionierung.

Die Spitzen der Ratsfraktionen waren am Freitagnachmittag bei der Einweihung der Mehrhooger Begegnungsstätte nur einen Steinwurf von der Bahnlinie entfernt. Eine Gelegenheit, die Auseinandersetzungen im Planungsausschuss um die dort vorgelegten Bahnpläne zu besprechen. Die waren in der Sackgasse gelandet, nachdem die Bahn entscheidende Verbesserungen ablehnte, aber teils transparente Lärmschutzwände und einen aufgewerteten Bahnhof in Aussicht stellte. Die Politik will die Halb-Troglage.

Die USD hatte das Spitzentreffen gefordert, weil "wir niemandem in Dingden und Marienthal erklären können, warum wir wegen der Klage in die Haushaltssicherung gehen", so USD-Chef Helmut Wisniewski. Wie Teilnehmer des Treffens berichten, liegt die Politik weiter auseinander. Es mehren sich aber die Zeichen, die Realitäten des Verfahrens anzuerkennen. Eine Klage vermeiden will unbedingt die USD, sie rechnet damit, dass CDU und FDP darauf einschwenken und für einen Kompromiss zu haben sind, wenn der besser ausfällt als das, was die Bahn bisher geboten hat. Zunächst soll es in Sachen Finanzhilfe des Bundes ein Gespräch mit CDU-Abgeordneter Sabine Weiss geben. Für die harte Linie für eine Klage und für die Troglage stehen wohl weiterhin die Grünen. Die FDP war bei dem Gespräch nicht anwesend.

Bürgermeister Bernd Romanski soll nun erneut das Gespräch mit der Bahn AG für eine Halbtroglage suchen. Von der hält die Bahn wegen sich aufschaukelnder Lärmbelastung nicht viel. Der Verwaltungschef soll im "Deckblattverfahren" (überarbeitete Planung) mit der Bahn Lösungen suchen, mit denen Hamminkeln leben kann. Bleibt die Stadt bei der harten Linie, ist Risiko bei einer verlorenen Klage, dass die Stadt auf den Kosten für die Beseitigung aller acht Bahnübergänge sitzen bleiben würde. Denn volle Kostenübernahme von Bahn und Land ist an eine Konsenslösung ohne Klage gebunden. Es geht um viel Geld, mal werden acht, mal zehn Millionen Euro genannt. Eine Einigung, die im Dialog mit der Bahn zu erzielen wäre, wäre die Verbesserung des Mehrhooger Bahnhofs - Gebäude nah an der Bahnlinie, Aufzug, Radanlage, Fußgängerbrücke. Der Beschluss Troglage birgt hingegen die Gefahr, die Stadt auf den Stand ohne Zusatzleistungen zurückfallen zu lassen.

(thh)