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Hamminkeln: Betuwe: Mehr Sicherheit kostet 20 Millionen Euro – Wer zahlt?

Hamminkeln : Betuwe: Mehr Sicherheit kostet 20 Millionen Euro – Wer zahlt?

Es bewegt such was auf der Schiene. Im Betuwe-Beirat hat die Bahn am Dienstag in Oberhausen erstmals erklärt, dass sie die Verfahren zur Planfeststellung für Blockverdichtung und Ausbau der Strecke samt Lärmschutz parallel fahren will.

Bisher sollte das Verfahren für die Blockverdichtung vorgezogen werden. Die ermöglicht durch digitale Steuerung eine erhebliche Verkürzung der Abstände zwischen den Zügen. So kann die Strecke viel stärker genutzt werden. Folge: Schranken bleiben noch länger unten.

"Die neue Marschroute der Bahn ist eine gute Nachricht", findet Bürgermeister Holger Schlierf als Sprecher der Anrainer. Indem die Blockverdichtung ins Planfeststellungsverfahren für den Ausbau rückt, sei sichergestellt, dass das dritte Gleis nicht in weite Ferne rückt, wie Kritiker immer wieder befürchtet hatten.

Zweiter Punkt: Es liege ein Sicherheitskonzept für die Strecke vor, das auch die Feuerwehren zufriedenstellt, so Schlierf. Offen sei die Frage, wer die 20 Millionen Euro bezahlen soll, die das deutliche Plus an Sicherheit kostet. Die Finanzierung des Ausbaus selber werde "nahe der Baureife" verlässlich geregelt. Die Verträge seien ausgehandelt, so Schlierf. In 2013 könnte es zur Unterschrift kommen. "Niemand zweifelt mehr an der Finanzierung", so der Bürgermeister. Drängender werde die Beseitigung der Bahnübergänge. "Die Bahn hat eingeräumt, dass es durch steigendes Verkehrsaufkommen zu Schrankenschließzeiten von bis zu 50 Minuten kommen kann — "ohne Blockverdichtung".

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Die Bahn sei aufgefordert, ein abgestimmtes Konzept vorzulegen, in welcher Reihenfolge die Schranken ersetzt werden sollen. "Ein riesiges Problem", so Schlierf, "und keiner sagt, wie wir bis zum Ausbau der Strecke damit umgehen sollen." Darüber wollten die Anrainer gestern mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sprechen. Doch der hatte ein Treffen am Rande der Beiratssitzung kurzfristig abgesagt. "Offenbar aufgrund eines Missverständnisses", so Schlierf. Für Januar soll ein neuer Termin vereinbart werden.

(RP)