Hamminkeln/Wesel: Betuwe: Bahn soll nachbessern

Hamminkeln/Wesel : Betuwe: Bahn soll nachbessern

Aktualisierter Gefahrenabwehrplan diskutiert. Sicherheitskonzept der Bahn bleibt in der Kritik. Es geht vor allem um Einsatzzeiten im Notfall.

Neues zum Thema Sicherheit an der Betuwe-Linie meldete gestern der Kreis Wesel. Seit 2012 entwickelt er in Zusammenarbeit mit den anderen sogenannten Gefahrenabwehrbehörden entlang der Bahnstrecke einen gemeinsamen Gefahrenabwehrplan. Hamminkeln hatte sich, wie berichtet, zuletzt gegen die bestehenden Pläne der Bahn gewehrt, weil insbesondere Löschwassereinsätze und Zugang zu Gefahrenstellen nicht gewährleistet seien.

Unter anderem wegen zwischenzeitlicher gesetzlicher Änderungen mussten Anpassungen im Planentwurf vorgenommen werden. Den neuen Entwurf stellte Helmut Gangelhoff, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr, im Fachausschuss des Kreises vor.

Bei dem Gefahrenabwehrplan handelt es sich laut Information des Kreises um einen Alarmstufenplan mit unterschiedlich ausgeprägten Szenarien. Die Planung reicht vom Einsatz bei kleinen Zwischenfällen bis hin zu Großschadensereignissen. Dargestellt ist etwa, welche Einsatzmittel zur Bewältigung des jeweiligen Zwischenfalls herangezogen werden. "Das ist er weitgehend allgemeingültig und kann somit auch in Schadenslagen außerhalb der Betuwe-Linie als Hilfestellung dienen", betonte Gangelhoff.

"Die Gefahrenabwehrplanung ist hilfreich für eine schnelle Reaktion, weil man alle Informationen im Notfall geballt an einem Ort findet. Dennoch ist damit insbesondere für den Bereich Betuwe-Linie nicht alles getan. Hier unterstützt der Kreis die Bemühungen der Anrainerkommunen wie Hamminkeln, um die aus der AG Betuwe heraus geforderten Verbesserungen der Gefahrenabwehr entlang der Betuwe-Linie uneingeschränkt zu erreichen", ergänzte Vorstandsmitglied Dr. Lars Rentmeister.

Die Ausschussmitglieder stimmten zu, sind aber wie die Verwaltung zuversichtlich, dass der Plan in dieser Form eine hilfreiche Ergänzung ist. Rainer Gardemann (CDU) sagte: "Wenn es soweit ist, ist man ein Stück weit vorbereitet, und das ist gut."

Diskussionsbedarf bestand bezüglich des allgemeinen Sicherheitskonzepts der Bahn. Hier kritisierten die Ausschussmitglieder das System der Notfall-Manager, die mit durchschnittlich 25 Minuten Anfahrtszeit erfahrungsgemäß nicht rechtzeitig an Unfallorten eintreffen. "Der Bahn muss hier Druck gemacht werden", so Lukas Aster (Grüne). Ausschussvorsitzender Michael Nabbefeld (CDU) betonte schließlich, dass "das Sicherheitskonzept der Bahn noch nicht zufriedenstellend ist, es muss weiter darüber gesprochen werden".

(RP)
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