Wesel: Betuwe-Abend: Saal bahnbrechend voll

Wesel : Betuwe-Abend: Saal bahnbrechend voll

Blumenkamper Gaststätte Pollmann restlos überfüllt. Bürgerinitiative bietet am Mittwoch, 27. November, noch eine Informationsveranstaltung zu den Ausbauplänen der Bahn an. Rathaus ist heute wieder für Plan-Interessierte offen.

660 Menschen hatten bis Donnerstagabend die Chance genutzt, sich im Rathaus über die Ausbaupläne der Bahn zu informieren. In ähnlicher Größenordnung bewegte sich der Andrang bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) "Betuwelinie — So nicht!". Der Saal Pollmann in Blumenkamp war restlos überfüllt. Viele standen wie die Heringe im Eingangsbereich und draußen in der Kälte. Die Organisatoren um Gert Bork von der BI stimmten sich kurzerhand mit den Experten der Stadtverwaltung ab und boten für Mittwoch, 27. November, 19 Uhr, einen weiteren Infoabend an gleicher Stelle an.

"Damit konnte keiner rechnen", sagte Gert Bork und stellte es den Besuchern frei, zu bleiben oder am nächsten Mittwoch wiederzukommen. Etliche nahmen das Angebot an, doch herrschte im Saal weiter drangvolle Enge. Irritationen um die Lärmschutz-Lücke in Höhe des Knotens Hamminkelner Landstraße und daraus resultierende Ängste von Gewerbetreibenden und Hauseigentümern mögen dazu beigetragen haben (RP berichtete).

Wenngleich es unter den Bedingungen im Saal — auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp — musste sich am Podium mühsam ein Plätzchen suchen — etwas schwierig war, konnte die BI einen bahnbrechenden Erfolg feiern. Das starke Interesse war Lohn für gut 20-jährige Bemühungen der BI und auch der Stadt, deren Service rund um die Offenlage der Bahnpläne im Rathaus auf Zimmer 115 weiter sehr gut ankommt. Auch heute, so kündigte Westkamp an, wird das Team wieder von 9 bis 13 Uhr für Besucher zur Verfügung stehen.

Die Pläne sind zudem montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, montags bis mittwochs 14 bis 16 Uhr, donnerstags 14 bis 18 Uhr einzusehen.

Aufmerksam hörte die Menge den Erläuterungen von Ulrike Westkamp, Gert Bork, Uwe Rosner (Stadt), Thomas Verbeet (Feuerwehr) und Rechtsanwalt Dr. Michael Terwiesche zu. Im Mittelpunkt standen naturgemäß Informationen darüber, was Betroffene tun können beziehungsweise bis zum 17. Dezember auch tun müssen, um ihre Rechte zu wahren. Lärm, Erschütterungen, Sicherheit bieten sich als Basis für Einwendungen im Planfeststellungsverfahren ebenso an wie Bedenken wegen der Optik meterhoher Schallschutzwände oder Sorgen ums Grundwasser und eigene Brunnenanlagen. Das Verbot lauter Waggons kann ebenso gefordert werden wie das Gebot, die Güterzüge im Stadtgebiet langsamer fahren zu lassen, und der Wunsch nach Erhalt des ÖPNV.

Bork untermauerte die Wichtigkeit, in den individuell zu verfassenden Eingaben aktiven Lärmschutz zu fordern. Die Bahn soll also an der Strecke selbst, an Schienen, Schwellen und Schotterbett lärmmindernd nachrüsten. Dennoch dürfe in den Schreiben nicht der passive Lärmschutz (isolierende Fenster etc.) vergessen werden. Sonst kann man später keinen Anspruch darauf geltend machen. Detailfragen von Betroffenen rundeten den Abend ab, der am Mittwoch wiederholt wird.

(RP)
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