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Wesel: Besser lernen mit Bewegung

Wesel : Besser lernen mit Bewegung

Große Freude bei den Regnitstrolchen in Obrighoven: Die Elterninitiativ-Tagesstätte ist der erste zertifizierte Bewegungskindergarten der Stadt. Die RP hat sich dort einmal umgesehen.

"Präpositionen lernen, indem man selbst ,auf' oder ,unter' einen Stuhl krabbelt, hat einfach einen viel größeren Lerneffekt", sagt Angelika Körner. Sie ist Leiterin des Elterninitiativ-Kindergartens Regnitstrolche an der Kirchturmstraße in Obrighoven. Sport und Bewegung haben deshalb in der Tagesstätte einen großen Stellenwert. Jetzt bekommt die Kita dies auch ganz offiziell bescheinigt. Als erster Kindergarten in Wesel wird er als anerkannter Bewegungskindergarten ausgezeichnet.

Seit Angelika Körner im Oktober 2006 dort anfing und im Februar 2007 die Leitung übernahm, stand dieses Ziel im Raum. "Wir haben in den Tagesablauf schon immer viel Bewegung integriert, das sollte in einer modernen Kindergartenpädagogik auch so sein", meint sie. Dies wird immer wichtiger. "Wir waren als Kinder viel draußen, das hat sich schon ein bisschen verändert", weiß die Fachfrau. Ein Grund sei die Berufstätigkeit der Eltern, die oft keine Zeit mehr für Radtouren lasse.

In Turnhalle wird getobt

In 2007 gab es die Möglichkeit der Weiterbildung für Erzieher. Denn eine der Voraussetzungen für das Zertifikat ist die Sonderausbildung "Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter". Zudem müssen täglich Bewegungsangebote, sowohl drinnen wie draußen, durchgeführt werden. Dazu haben die Regnitstrolche eine eigene kleine Turnhalle, in der es zu jeder Zeit die Möglichkeit gibt, sich in der Bewegungsbaustelle auszutoben. Da wird geklettert, gebaut, gewippt und vieles mehr. "Es wird alles gefördert, die Grobmotorik, das Gleichgewicht, die Ausdauer, Konzentration und auch die Koordination", erklärt Angelika Körner.

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Die zweijährige Florentine balanciert gerade über eine Leiter. Mutter Kathleen Korte hat diesen Kindergarten ganz bewusst ausgewählt. "Wir wollten einen Initiativkindergarten. Natürlich ist auch die Nähe entscheidend, aber mir gefällt vor allem der freie Tagesablauf mit viel Spielen und das schönen Außengelände", sagt sie. Denn auch draußen können sich die Kinder austoben und bewegen.

Vor fünf Jahren wurde der Außenbereich in einer Elternaktion neu gestaltet. Entstanden ist ein in die Natur integriertes Gelände, das keine Wünsche offen lässt. Es kann gerutscht, geschaukelt, geklettert und im Sand gegraben werden. Auch Rad- und Dreiradfahren kann hier gelernt werden. Zusätzlich hat der Kindergarten eine Kooperation mit einem hiesigen Sportverein, ebenfalls eine der Voraussetzungen für das Erlangen des Zertifikats. In diesem Fall ist es der PSV Wesel. Außerdem steht auch Wassergewöhnung auf dem Programm, allerdings nicht für die ganz Kleinen. Auch in den Räumen der mittlerweile drei Gruppen (Baum-, Pusteblume- und Sternengruppe) gibt es viel Platz für Aktivitäten aller Art. In zwei der drei Gruppen werden zudem entweder Kinder unter drei Jahren aufgenommen oder solche, die sich schon im letzten oder vorletzten Kindergartenjahr befinden.

Viel Platz für kreatives Spiel

Jede der Gruppen, für die je drei Erzieher verantwortlich sind, steht ein eigener Kreativraum zum Malen, Basteln und andere Aktivitäten zur Verfügung. "Das gehört einfach dazu", findet Angelika Körner. Ein ganzheitliches Angebot also, das nun auch von offizieller Seite zertifiziert wird.

(RP)