Wesel: Besonderer Blick auf Ginderich

Wesel : Besonderer Blick auf Ginderich

In der Dorfschule eröffnet heute die sehenswerte Ausstellung "Das Dorf und die Stadt - eine Zeitreise durch Ginderich und Wesel".

Es war ein Bericht in der Zeitung, den Herbert Wesely im vergangenen Jahr über Manfred Roeßing und Richie Schwarz entdeckte. Die Fotos der beiden haben ihn sofort fasziniert. So sehr, dass der Vorsitzende des Vereins Dorfschule Ginderich Kontakt mit ihnen aufnahm und sie fragte, ob sie Interesse haben, in Ginderich zu fotografieren. Verlassene Objekte, solche, die kaum jemand von innen kennt, sollten es vor allem sein. Und so gingen die drei mehrmals zusammen durchs Dorf.

Es entstanden außergewöhnliche Aufnahmen. Zum einen, weil die Motive außergewöhnlich sind, zum anderen weil sie mehrfach belichtet wurden und deshalb teilweise fast wie Gemälde wirken. So wie das Innenleben der alten Schmiede an der Büdericher Straße, gleich neben der Gaststätte Op de Eck. Hier wird zwar schon lange nicht mehr geschmiedet, doch die Einrichtung wirkt so, als ob man sofort wieder loslegen könnte - auch wenn die Werkbank ein bisschen abgerutscht und schräg ist.

Gezeigt werden auch Fotos der alten Molkerei sowie eine ganz besondere Gartenlaube in Werrich. Sie ist mit allerlei Werkzeug an den Wänden ausgestattet, obwohl es sich nicht um eine Werkstatt, sondern einen Raum zum Feiern handelt. Es sind Relikte einer Werkzeugmacherei aus Remscheid. Die alten Traktoren werden auch nicht mehr fürs tägliche Geschäft genutzt. Sie stammen von Heinrich Verweyen-Thenagels und Heinrich Schmitz, erläutert Wesely. Der Gedenkstein, der an die ehemalige Leprosenkapelle erinnert, ist ebenso zu sehen, wie ein Weinkeller, der in einer leerstehenden 490 Quadratmeter großen Gindericher Villa zu finden ist. Schwimmbad und Sauna gehören zu diesem alten Anwesen, in dessen Weinkeller zum Beispiel noch eine Flasche aus dem Jahr 1955 zu finden ist, wie Wesely weiß. Das historische Pferdefuhrwerk von Bauer Fischer, das jetzt noch in der Scheune steht, soll demnächst für alle sichtbar draußen aufgebaut werden. "Schön bepflanzt", sagt Wesely, damit Ginderich freundlich rüberkommt.

Herbert Wesely in der Gindericher Ausstellung, die alte Molkerei, die Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt und die alte Schmiede (im Uhrzeigersinn). Foto: erpo/schwarz/roessing
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Passend zur Ausstellung ist für Freitag, 29. Juni, 18 Uhr, eine historische Exkursion durch Ginderich geplant. Dann geht's zu geschichtsträchtigen Orten im Dorf, auch zu den auf den Fotos gezeigten. Zudem sollen dann Bürgerbeiträge präsentiert werden. Die Ausstellung ist samstags von 14 bis 18 und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

(P.H.)
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