Beirat fordert mehr Wohnraum für Ältere in Schermbeck

Bauen, Armut und Verkehr : Beirat fordert mehr Wohnraum für Ältere

Der Schermbecker Seniorenbeirat plant für 2020 zudem eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Altersarmut.

Gleich mit mehreren kommunalpolitischen Themen befasste sich der Seniorenbeirat am Montagnachmittag in seiner sechsten Sitzung im Begegnungszentrum. Einstimmig beschloss der von Friedhelm Stoltenberg geleitete Seniorenbeirat, anzuregen, kostengünstigen und altersgerechten Wohnraum für ältere Bürger zu schaffen.

Dem Vorschlag von Brigitte Scheffler, Genehmigungen für den Ausbau bestehender Häuser zu erleichtern, um älteren Bürgern und deren Kindern ein nahes Zusammenleben zu erleichtern, schloss sich auch Volker Schulte-Bunert an. Er empfahl in Richtung Baugenehmigungsbehörde beim Kreis Wesel „eine nicht zu enge Sicht“ im Genehmigungsverfahren. Verwaltungsmitarbeiterin Irmgard Schwenk verwies hingegen auf „klare gesetzliche Vorgaben“ der Bauleitplanung. Beiratsmitglied Manfred Knappernatus kritisierte zudem das Genehmigungsverfahren für mehr als 40 Wohneinheiten am Marienheim. Bei seiner Frage nach dem „Verursacher der Stolpersteine“, erfuhr er von Schwenk, dass die Bauanträge beim Kreis Wesel lägen. Die Baugenehmigung werde in den nächsten Wochen erwartet, teilte die Verwaltungsmitarbeiterin Isabella Palik mit.

Einen Rahmenplan für die Entstehung von öffentlichen Mietwohnungen und Altenpflegewohnungen, wie ihn der Seniorenbeirat gefordert hatte, wird es nicht geben. Die Verwaltung führte aus, dass bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne bedarfsgerecht und einzelfallbezogen abgewogen werde, in welchem Rahmen Miet- und Altenpflegewohnungen geschaffen werden könnten.

Der Seniorenbeirat wird künftig Stellungnahmen zu Bauleitplanverfahren abgeben. Das beschloss der Beirat in einem weiteren Tagesordnungspunkt. Hierbei sollen auch Erweiterungen und Umgestaltungen des Wohnraums zum Zwecke der Pflege älterer Angehöriger Berücksichtigung finden.

Der Seniorenbeirat beschloss ebenfalls einstimmig, 2020 eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Altersarmut anzubieten. Beiratsmitglied Manfred Knappernatus hatte sogar schon einen Titel für die Veranstaltung präsent: „Und plötzlich bist du alt und hast zu wenig Kohle.“ Ziel einer solchen Veranstaltung soll es sein, Schermbeckern das Leben im Alter finanziell möglichst belastungsarm zu gestalten. Wie und warum entsteht Altersarmut? Wie kann man Altersarmut vorbeugen? Welche Hilfen gibt es bei Altersarmut? Antworten auf solche und ähnliche Fragen sollen gegeben werden. Dazu sollen Sachverständige aus den verschiedensten Bereichen beziehungsweise Institutionen eingeladen werden.

Als erste Gruppe hat der Seniorenbeirat seine Vorstellungen zur künftigen Gestaltung der Mittelstraße zusammengetragen. Die Vorschläge werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt seitens der Gemeindeverwaltung „als kontraproduktiv gesehen“. Gemeint sind verschiedene Vorschläge.

Der Beirat fordert die Beseitigung des Begegnungsverkehrs in Form einer Einbahnstraßenregelung. Außerdem „zwei weitere Planungsmaßnahmen, und dies unabhängig von einer zukünftigen möglichen Stellungnahme im Zuge städtebaulicher Neuordnungsplanungen für die Mittelstraße.“ Vorgeschlagen wurden schriftlich eine Vollsperrung der Mittelstraße für Motorräder und eine deutlichere Verkehrslenkung als jetzt. Doch ganz so einig schienen sich die Beiratsmitglieder nicht zu sein.

Heinz Tutas und Heiko Kabus sprachen sich während der Sitzung gegen eine Vollsperrung für Motorräder aus. Dass die gegenwärtige Verkehrsbelastung in irgendeiner Form reduziert werden muss, darüber herrschte Einigkeit. Friedhelm Stoltenberg empfahl den Beiratsmitgliedern, sich zu Hauptverkehrszeiten auf die Bänke vor der Volksbank zu setzen. „Da kann keiner das Fenster öffnen“, unterstütze Knappernatus die Eindrücke des Ausschussvorsitzenden und verwies auf die Erfahrungen der Gruppe an ihrem Infostand vor Rossmann.

„Ich bin der Meinung, dass der Seniorenbeirat in Schermbeck manches in Bewegung gesetzt hat“, fasste Vorsitzender Friedhelm Stoltenberg seine Zwischenbilanz zusammen und verwies auf zahlreiche Aktivitäten. Sein Dank galt den Mitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern Irmgard Schwenk, Isabella Palik, Rainer Eickelschulte und Andreas Eißing ebenso wie den Sponsoren von der Volksbank, der Nispa und der Nottenkämper-Stiftung.

Mehr von RP ONLINE