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Begriffe zu Ostern: Von A wie Auferstehung über U wie Urbi et Orbi

Wesel : Ostern von A bis Z buchstabiert

Es gibt viele Begriffe, die mit Ostern – christlich wie vom Brauchtum her – unzertrennlich verbunden werden. Das fängt bei A wie Auferstehung an, geht über E wie Eier und H wie Hase und hört irgendwann bei Z wie ganz viel Zuckerzeugs auf. Doch wie buchstabiert ein Pfarrer das Oster-ABC? Die RP hat Superintendent Thomas Brödenfeld nach seinem persönlichen Oster-ABC gefragt. Hier lesen Sie seine Antworten:

Es gibt viele Begriffe, die mit Ostern — christlich wie vom Brauchtum her — unzertrennlich verbunden werden. Das fängt bei A wie Auferstehung an, geht über E wie Eier und H wie Hase und hört irgendwann bei Z wie ganz viel Zuckerzeugs auf. Doch wie buchstabiert ein Pfarrer das Oster-ABC? Die RP hat Superintendent Thomas Brödenfeld nach seinem persönlichen Oster-ABC gefragt. Hier lesen Sie seine Antworten:

A—Auferstehung Schon jetzt im Leben für alle, die Jesus vertrauen.

B—Bienenwachs Aus Bienenwachs in gebleichter Form besteht die traditionelle Osterkerze, die das Licht der Welt symbolisiert. An der Gnadenkirche bekommen wir sie von unseren katholischen Geschwistern in St. Antonius geschenkt.

C—Christus, "der Gesalbte". Gottes Sohn. Bruder der Menschen, Retter dieser Welt, die ohne ihn im Chaos versinken würde.

D—Der dritte Tag Am dritten Tag nach der Kreuzigung war das Grab leer und der Tod besiegt. Hoffnung seither für alle Menschen.

E—Eier Bunt und hart gekocht gehören sie auf jeden Ostertisch. Nach der siebenwöchigen Fastenzeit waren Eier früher eine willkommene Abwechslung zum kargen Essen vor dem Osterfest. In der Kirche wurden Ostereier auch als Fruchtbarkeitssymbol verwendet, und der erste, der in Deutschland Ostereier in seinem Garten versteckte, war Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1777.

F—Frauen Sie waren die ersten am leeren Grab. Ihr Mut, davon zu erzählen, war am Ende größer als die Angst vor dem Erlebten.

G—Gründonnerstag Das letzte Abendmahl mit den Jüngern. Das "Grün" stammt wohl vom alten Wort "greinen" und meint Weinen, Wehklagen über den Abschied.

H-Halleluja "Lobet den Herrn", heißt das übersetzt und wird ab Ostersonntag wieder in allen Kirchen gesungen.

I-Insel, Osterinsel. Liegt vor Polynesien und gehört politisch zu Chile. "Rapa Nui" nennen die Einheimischen ihre Insel, die 1722 entdeckt wurde und die für Hunderte über 20 Meter hohe, beinlose Steinfiguren, Moais genannt, berühmt ist.

J-Jünger Schwieriges Grüppchen. Einer von ihnen verriet Jesus, ein anderer verleugnete ihn, die anderen schliefen ein, als sie gebraucht wurden. Sind sie uns deshalb so vertraut?

K-Karwoche Die letzten sieben Tage vor Ostern. Die Karwoche ist eine stille Woche. Der Karfreitag, Tag der Kreuzigung Jesu, wird von dem althochdeutschen Wort "kara" abgeleitet und bedeutet so viel wie "Weinen, Klagen".

L-Lachen Das Osterlachen bezeichnet den Brauch, in der Osterpredigt die Gemeinde zum Lachen zu bringen. Die Freude über den Sieg des Lebens kam darin zum Ausdruck.

M-Morgens früh In der Gemeinde gibt es den Brauch, frühmorgens am Ostersonntag, Gottesdienste auf den Friedhöfen zu feiern.

N-Naschereien Das Fasten ist vorbei. Es darf wieder gegessen und getrunken werden, worauf man in der Passionszeit verzichtet hat. Süßes gehört unbedingt dazu.

O-Osterspaziergang "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…". Wer kennt ihn nicht, den Osterspaziergang aus Goethes "Faust"? Zur Nachahmung empfohlen.

P-Palmzweige Mit ihnen wurde am Palmsonntag der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert. Auch in diesem Jahr haben mir katholische Freunde ein geweihtes Buchsbaumsträußchen aus ihrem Gottesdienst mit nach Hause gebracht.

Q-Qualen In Erinnerung an die Kreuzigung Jesu lassen sich auf den Philippinen an Karfreitag Dutzende junge Männer mit langen Nägeln an Kreuze nageln. Sie betrachten dies als persönlichen Bußakt.

R-Ratschen Früher war es üblich, dass in der Karwoche Jungen und Mädchen mit Ratschen umherliefen und durch lautes Klappern an die Gottesdienste erinnerten.

S-Singen Osterlieder gehören zu den schönsten Liedern im Gesangbuch. Mein Favorit "Christ, der Herr, ist heut erstanden", aus der englischen Kirche.

T-Tod Seit Ostern hat dieser Spielverderber des Lebens Macht und Schrecken über uns verloren. Angst habe ich vor ihm schon lange nicht mehr. Warum auch?

U-Urbi et Orbi Der Segen des Papstes. Am Ostersonntag, dem ersten Weihnachtstag und nach einer Papstwahl wird dieser Segen "der Stadt und dem Erdkreis" erteilt. Ein "Muss" am Bildschirm mit Franziskus in diesem Jahr.

V-Verstecken Die Ostereier natürlich. Und kleine Geschenke. Auch für meine Kinder in diesem Jahr der Höhepunkt an Ostern.

W-Wasser In alter Zeit gingen Menschen am Ostertag zu einer Quelle, um sich mit Wasser zu waschen. Jugend, Gesundheit und Schönheit sollten so garantiert werden.

X-XP Das Christuszeichen auf griechisch. Dieses Monogramm ist auch auf Osterkerzen zu finden.

Y-Ypsilon "Einfach, schlicht und leer" sind die Übersetzungen des griechischen Wortes Ypsilon. Leer wie das Grab. Ein wahrhaft österlicher Buchstabe.

Z-Zukunft Ostern ist der Anfang des neuen Lebens. Mit Gott und mit den Menschen. Christen sind Pilger auf Hoffnung und Zukunft hin.

(RP)