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Bebauung auf Spielplatz in Schermbeck stößt auf Gegenwind

Schermbeck : Pläne für Spielplatz stoßen auf Gegenwind

Aus Plänen der Schermbecker Verwaltung für den ehemaligen Spielplatz an der Fontanestraße wird erstmal nichts. Die Beratungen über eine Bebauung der Fläche wurden vertagt. Denn die Bürger vermissen eine Beteiligung an dem Verfahren.

Eine Entscheidung über die künftige Verwendung des ehemaligen Spielplatzes an der Fontanestraße gab es am Mittwoch im Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss nicht. Einstimmig beschloss der Ausschuss, die Beratungen auf die nächste Sitzung des Planungsausschuss zu verschieben.

Nach Bekanntwerden des Vorhabens, im Bebauungsplan Nr. 15 (Erler Straße-West) die Zweckbestimmung „Kinderspielplatz“ zu ersetzen durch den einer wohnbaulichen Nutzung, gingen bei der Gemeindeverwaltung mehrere Briefe und Anrufe ein, in denen Bedenken gegen die Absichten geäußert wurden.

In der Sitzungsvorlage wurde seitens der Gemeindeverwaltung der Eindruck erweckt, als sei eine Bebauung der Parzelle problemlos möglich. Eine völlig andere Auffassung vertreten die Anlieger, die sie nicht nur in den letzten Tagen einreichten, sondern auch in der Sitzung beim Tagesordnungspunkt Sprechstunde für Bürgerinnen und Bürger äußerten.

Ein Ehepaar zeigte sich erstaunt über den überraschenden Bebauungsvorschlag, während ihre mehrfachen Anfragen zur Verwendung des Grundstückes bis heute nicht beantwortet worden seien. Am 7. Februar 2020 verwies das Paar erstmals schriftlich auf den schlechten Zustand des ehemaligen Spielplatzes, dessen Spielgeräte schon Jahre vorher abgebaut worden waren. Angesichts der Tatsache, dass das Grundstück seitens der Gemeinde nur sporadisch grob gepflegt wurde, bat das Ehepaar um eine Mitteilung der langfristigen Planungen. Selbst bot man an, Teile des Grundstücks zu erwerben. Eine erbetene Rück-Info traf nicht ein.

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Am 13. Mai 2022 meldete sich der Anlieger nach mehr als zwei Jahren telefonisch beim Bürgermeister, der empfahl, schriftlich die Vorstellungen zur Verwendung des Grundstückes zu formulieren. Bereits am nächsten Tag mailte der Anlieger dem Bürgermeister: „Disteln & Brennnesseln sind zum Teil 1,5 m hoch und ragen über den Zaun. Dies betrifft nicht nur das Grundstück, sondern auch die Zufahrt zum Grundstück.“ Der Anlieger nannte gleich mehrere Verwendungszwecke: den Verkauf des ganzen Grundstücks oder Teile desselben an Interessenten, die Integration in die vorhandene Gartenfläche oder die Errichtung einer Solaranlage.

Am 12. August erinnerte der Anlieger noch einmal an seine Mail vom Mai und an den schlechten Pflegezustand. Er bat noch einmal um eine Antwort auf die Frage nach der grundsätzlichen Verwendung des Grundstücks. Eine Antwort blieb aus, obwohl bereits am 8. Juni 2022 die Beschlussvorlage für eine Bebauung erstellt worden war.

Das Ehepaar und einige Anlieger des ehemaligen Spielplatzes suchen auch weiterhin den Dialog mit der Gemeinde. „Vor einer Baugenehmigung werden die Bürger gehört“, verwies der allgemeine Bürgermeister-Vertreter Gerd Abelt auf das weitere Verfahren.

Einige kritische Fragen wurden bereits in der Sitzung am Mittwoch beantwortet. Der lange schmale Weg, der zum Grundstück führe, sei durchweg deutlich schmaler als drei Meter. „Das hat man häufiger auch an anderen Stellen in der Gemeinde“, verwies Abelt auf den Unterschied zwischen den Grenzsteinen und den Zäunen oder Hecken mancher Grundstückseigentümer. Die exakte Lage der Grenzsteine sei leicht durch Fachleute feststellbar. Die Frage, wie Baumaterialien per Kran an die denkbare Baustelle gebracht werden können, blieb unbeantwortet. Die Zweifler an der Erreichbarkeit des Grundstückes seitens der Feuerwehr und des Rettungsdienstes verwies Abelt auf eine intensive Abstimmung mit der Bauverwaltung des Kreises Wesel.

Abelt bot den Anliegern des Geländes an, ihre Vorschläge schriftlich einzureichen und versicherte: „Alles, was uns erreicht, werden wir dem Ausschuss im November vorlegen.“