Baustelle Schwanenhofstraße: Sorge um Zugang zur Kirche in Ginderich

Immer wieder Kanalarbeiten : Sorge um Zugang zur Kirche in Ginderich

Die Wallfahrtssaison beginnt bald und in Ginderich steht die nächste Großbaustelle an. Bei einem Ortstermin der CDU mit Bürgern entlud sich nun der Frust der Anwohner. Auch eine Ampel an der Xantener Straße forderten sie vehement.

Der Baustellenfrust in Ginderich hört nicht auf. Bei einer offenen Fraktionssitzung der CDU in Ginderich haben die Weseler Stadtwerke nun Details ihrer Planung für die nächste Kanalsanierung im Ort mitgeteilt. Auf der zentralen Schwanenhofstraße, eine der Hauptachsen des Ortes, drohen starke Behinderungen. Noch ist nicht klar, wo die Straße während der Kanal-Baumaßnahme überhaupt noch mit Autos befahren werden kann. Bei vielen Ginderichern herrschte die Sorge vor, dass zentrale Einrichtungen im Ort wie Kirche, Pfarrheim, Dorfschule und Sportanlage über den Marktplatz nicht mehr erreicht werden können.

„Die Wallfahrtszeit beginnt jetzt, allein für den Mai haben wir 20 Termine. Wohin sollen die Gäste denn fahren?“, fragte der Gindericher Heinrich Henrichs. „Die Beschilderung bei den vergangenen Baustellen war eine Katastrophe.“ Besonders eine Zahl ließ aufhorchen: 1000 Personen würden die von den Institutionen im Dorf angebotenen Veranstaltungen wöchentlich nutzen.

Im Pfarrheim war beim von CDU-Fraktionschef Jürgen Linz moderierten Abend kein Platz mehr frei, Nachrücker mussten sich in den Türeingang setzen. Das Thema brennt den Ginderichern auf den Nägeln. Sie fühlen sich mit ihrem linksrheinischen Örtchen vom rechtsrheinischen Wesel mit den Sorgen ignoriert. Als ein Verursacher der Kanalschäden gilt der Salzbergbau. So erfuhren die Besucher die Zahl, dass der Schadensregulierer Cavity GmbH derzeit 52 Prozent der Kosten für die Kanalsanierung bezahlt. Es liefen aber neue Verhandlungen mit der Stadt Wesel, betonte Ulf Heinrich als Stadtwerke-Vertreter, der die Baumaßnahmen erläuterte.

Insbesondere interessierte die Gindericher, wie lange der nächste Kanalbau an der Schwanenhofstraße dauern werde. Die Baustelle Marienstraße lief dreimal so lang wie geplant. Derzeit wird an der Werricher Straße der Kanal saniert; auch hier gibt es eine Verspätung bei der Fertigstellung. Heinzgerd Schott regte an, die Zahl der Mitarbeiter vor Ort bei der Kanalbaumaßnahme zu erhöhen. Man könne den Kanal von beiden Enden her bauen, so würde man die Bauzeit halbieren, meinte er.

Auch in den kleineren Ortschaften Perrich und Werrich gibt es Verärgerung – die Verbindung nach Ginderich ist durch die Kanalbauarbeiten gekappt. Immer wieder würden sich auch Rettungswagen bei Fahrten in die Orte verirren, sagte Maria Engels. Bis zu zehn Minuten später würden die Einsatzkräfte manchmal in Perrich und Werrich ankommen.

Immerhin eine positive Botschaft konnte Ulf Heinrich von den Stadtwerken mitbringen. Die Baustelle Werricher Straße / Molkereistraße wird zum 30. Juni abgeschlossen sein. Die Baugrube an der Marienstraße – also direkt vor der Kirche – wird aber für die neue Kanalsanierung wieder aufgenommen.

An diesem Punkt regte sich der Protest der Bürger. Auch die Zufahrt zum Parkplatz an der Schulstraße könnte erschwert werden. „Da hängen in diesem Ort Schule, Sportplatz. Kirche und Pfarrheim dran. Wir bieten hier ein Full-Time-Programm“, sagte Herbert Wesely als einer der Initiatoren der Dorfschule. Auch meldete sich Georg Lörcks, Vorsitzender des Vereins Rheinkraft Ginderich: „Sollen unsere Gäste zum Sportplatz laufen?“ Die Kabinen liegen am Tennenplatz in Marktplatznähe, der Rasenplatz wiederum am anderen Dorfende. Auch die Zufahrt zur Post von Karin Brinkhoff an der Schwanhofstraße könnte für Paketdienste nicht möglich sein.

Die CDU, für die auch der Gindericher Ratsherr Michael Brinkhoff und weitere Ratsvertreter anwesend waren, wollen Druck ausüben. „Das ist hier ein besonders sensibler Bereich“, sagte Fraktionschef Jürgen Linz. Die Stadtwerke waren nach diesem Termin sensibilisiert. Eine detaillierte Anwohnerinformationsveranstaltung der Stadtwerke soll folgen.

(sep)
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