Bauern-Demo: Protestierende Bauern am Niederrhein unterwegs

Hunderte Trecker unterwegs : Protestierende Bauern wecken Niederrhein mit Hupen

Tausende Bauern protestieren an diesem Dienstag deutschlandweit gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung - auch am Niederrhein. Mehr als 220 Landwirte fuhren mit Traktoren nach Wesel - teils laut hupend. Das sorgte für Ärger bei Anwohnern.

Mit einem ungewöhnlichen Weckton sind am Dienstagmorgen viele Menschen am Niederrhein wach geworden. Ab 5 Uhr waren protestierende Bauern auf den Straßen nach Wesel unterwegs, teilweise laut hupend. Auf den Parkplätzen von Rundsporthalle und Niederrheinhalle in Wesel versammelten sich seit 7 Uhr Landwirte, um gegen die aus ihrer Sicht schlechter werdenden Bedingungen für ihren Berufsstand in Deutschland zu protestieren. Die Proteste am Niederrhein sind eingebettet in einen bundesweiten Aufmarsch der Landwirte. Auch in Bonn protestieren die Bauern.

In den einzelnen Gruppen des sozialen Netzwerks Facebook meldeten sich mehrere Bürger, teilweise äußerten sie auch ihren Ärger über die Huptöne am frühen Morgen. Insgesamt 223 Landwirte kamen mit Traktoren nach Wesel. Bei Lemken in Alpen versammelten sich weitere 400 Landwirte mit Treckern, darunter auch 100 aus dem Kreis Wesel. Sie machten sich auf nach Bonn.

Vor dem Start der Bauerndemonstration am Dienstagmorgen in Wesel hatte Georg Biedemann als Sprecher der demonstrierenden Landwirte um Verständnis unter den Autofahrern geworben. Ab Dienstagmorgen, 6.30 Uhr, kam es auf der Rheinbrücke in Wesel zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen, weil sich viele Landwirte mit ihren Treckern nach Wesel aufmachen. Seit 8.15 Uhr, mit kurzer Verzögerung, fahren die Trecker über die Niederrheinbrücke und die B 58 nach Xanten, von dort über die Brücke weiter nach Rees, wo die finale Kundgebung ist. Diese soll zwischen 12 und 13 Uhr im Bereich des Schulzentrums Rees erfolgen. Ab 13 Uhr fahren die Landwirte zurück zu ihren Höfen.

Georg Biedemann rechnete im Vorfeld mit 200 Teilnehmern. „Wir hoffen, die Bevölkerung zeigt Verständnis für unsere Aktion. Wir sehen darin eine Möglichkeit, auf unsere Sorgen aufmerksam zu machen“, sagt Biedemann.

Tausende Bauern wollen sich am Dienstag an Protesten in zahlreichen Städten in Deutschland beteiligen. Zur größten Demonstration in Bonn wurden 8000 bis 10.000 Landwirte mit rund 800 Traktoren erwartet. „Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen“, sagte Meike Schulz-Broers vom Organisationsteam des Netzwerks „Land schafft Verbindung“. In diesem haben sich Zehntausende deutsche Landwirte über Facebook und WhatsApp zusammengeschlossen. Die Landwirte fordern Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Schulze auf, mit ihnen über aktuelle Agrar- und Klimapläne zu diskutieren. Die aktuelle Politik gefährde Familienbetriebe, warnten die Bauern.

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