Wesel: Bahnhof: teurer und später

Wesel: Bahnhof: teurer und später

Hiobsbotschaften für Wesels derzeit wichtigstes Projekt: Der Tunneldurchstich kostet 1,3 Millionen mehr und niemand weiß, wer das bezahlt. Das Zeitziel ist auch nicht zu halten. Fertigstellung ist irgendwann 2009.

Im Projekt Neuer Bahnhof Wesel ist der Wurm drin. Der Tunneldurchstich wird nicht nur erheblich teurer, sondern auch noch später fertig — Zeitpunkt unbekannt. Über die Details unterrichteten gestern Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und ASG-Chef Franz Michelbrink die Fraktionsvorsitzenden. Probleme gibt es auch bei der Elektroinstallation für Aufzüge und Lichtanlagen.

Zudem weiß niemand, wann es mit der geplanten Radstation weitergeht. Der Förderbescheid fehlt. Als Betreiber steht Spix weiter in den Startlöchern, um im alten Hotel eine Radstation zu betreiben und einen Partner ins Boot zu holen. Immerhin ist klar: Der Stadt gehört weiter das für eine Million Euro gekaufte Hotel-Grundstück, über das teils das neue vierte Gleis verlaufen soll. Noch hat die Bahn das Areal nicht zurückgekauft.

Die Kosten: Die Steigerung ist mit 1,3 Millionen bei bisher geplanten Gesamtkosten von 3,3 Mio. um 40 Prozent bemerkenswert. Die Stadt kann's nicht schultern, muss Fördergeld nachordern. Ob es fließt, weiß heute niemand. Aber die Probleme waren nicht erkennbar.

Die Ursachen: Die Tunnelwand zum Fusternberg, die durchbrochen werden musste, war in den Plänen der Bahn mit einer Breite von einem Meter verzeichnet. Tatsächlich hatte die Mauer eine Breite von 2,30 Meter. Folge: mehr Masse musste bewegt werden. Das kostet.

  • Düsseldorf : Keine Aufzüge am Bilker Bahnhof

Beim Bau der beiden Rampen musste der Untergrund erst tragfähig gemacht werden. Zudem stand ein nicht in den alten Plänen verzeichneter Regenwasserkanal dem Tunneldurchstich im Weg. Und dazu kam eine unliebsame Überraschung: Mit Schadstoffen belasteter Boden im Bereich der Friedenstraße mussten ausgetauscht werden. "Ein ganzes Bündel unvorhersehbarer Probleme", fasst die Bürgermeisterin zusammen.

Die Elektotechnik: Während der Bauarbeiten hat die Bahn neue Wünsche angemeldet, die von ihr bereits freigegebene Elektrotechnik musste umgeplant werden. Es wurde nachgebessert, das schriftliche Okay der Bahn, dass nun alles wie gewünscht ist, steht aus. Folge: die Elektroinstallation wurde bis heute nicht eingebaut, die ersehnten Aufzüge stehen weiter still.

Die Verzögerungen: Um den Bauablauf abzusichern, waren mit der Bahn Sperrpausen vereinbart worden. Das heißt: zu diesen Zeiten stoppt der Zugverkehr, es hätte gebaut werden können.

Doch kurzfristig hob die von Problemen beim fahrenden Material geplagte Bahn die zugesagten Pausen nicht ein. Das Zeitziel, so viel ist heute schon klar, wird mächtig verfehlt. Statt Tunnel und Aufzüge noch dieses Jahr in Betrieb zu nehmen, wird "irgendwann gegen Ende des ersten Halbjahrs" gehandelt. Auf einen annähernd genauen Freigabezeitpunkt mag sich niemand einlassen.

(RP)