Niederrhein: Bahn kommt mit Betuwe-Roadshow

Niederrhein : Bahn kommt mit Betuwe-Roadshow

Verkehrs-Riese will über Bauarbeiten und den Lärmschutz an der Güterzug-Strecke informieren. Derweil könnte Oberhausen einen Kompromiss suchen.

An vielen Stellen in Oberhausen haben die Arbeiten für den Gleisausbau der Güterzugstrecke Betuwe bereits begonnen. Jetzt will die Deutsche Bahn über den Stand der Bauarbeiten und vor allem über den Lärmschutz informieren. Am Freitag, 27. April, beginnt die "Roadshow" in Sterkrade und tourt weiter in die vom Betuwe-Ausbau betroffenen Städte. Das Team des Bauprojekts Emmerich-Oberhausen will dann Bürger darüber informieren, wie die Bahn sie vor Schall schützen will und vieles mehr. Man habe multimediale Anwendungen und Informationsmaterial im Gepäck, die das Projekt in allen Einzelheiten verständlich erklärten.

Eine Lärmsimulation soll einen realistischen Eindruck davon vermitteln, wie Schallschutzwände wirken, sagt die Bahn. Am Samstag, 28. April, steht das Projektteam von 10 bis 18 Uhr auf dem Berliner-Tor-Platz in Wesel, am 22. Juni in Mehrhoog auf dem Parkplatz des Penny-Marktes.

Oberhausen klagt gegen den Planungsfeststellungsabschnitt 1.1. und fordert die Einhaltung des von den Feuerwehren erarbeiteten Sicherheitspakets entlang der Betuwe-Strecke sowie den Bau eines Lärmschutzes im Kaisergarten. Jetzt, so sagt der Sprecher der Betuwe-Bürgerinitiative Manfred Flore, denke die Stadt über einen Vergleich nach. Der könnte theoretisch so aussehen: Das Eisenbahnbundesamt stimmt dem Sicherheitspaket der Feuerwehren und Bürgerinitiativen zu - dann legt die Stadt diesen Punkt ad acta. Die Klage gegen den fehlenden Lärmschutz würde sie davon abtrennen und aufrecht erhalten.

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Bürgerinitiativen sorgen sich, dass ein Vergleich geschlossen wird, bevor das Eisenbahnbundesamt die Finanzierung des geforderten Sicherheits- und Lärmschutzpaketes zusagt. Mit der Bahn sei man sich in vielen Punkten einig, so Flore, doch ihre Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt, muss für die finanziellen Mittel sorgen.

Hoffnungsmachende Töne könnte man aus dem Koalitionsvertrag der Groko lesen. "Wir wollen die Förderung für freiwilligen Lärmschutz an der Schiene erhöhen. An Bahnstrecken werden weitere Messstationen für ein umfassendes Lärmmonitoring eingesetzt", heißt es auf Seite 121. Und: "Wir wollen beim Ausbau des Schienennetzes die Bürger frühzeitig beteiligen und ein strukturiertes Verfahren entwickeln, mit dem das Ergebnis der Bürgerbeteiligung automatisch dem Deutschen Bundestag vorgelegt wird und der Gesetzgeber die Möglichkeit erhält, im Einzelfall für das weitere Planungsverfahren über begründete alternative Trassierungen und über das gesetzliche Maß hinausgehende Lärmschutzmaßnahmen entscheiden zu können."

(del)
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