Wesel: B58-Baustelle: Ärger um Schleichwege

Wesel: B58-Baustelle: Ärger um Schleichwege

Viele Verkehrsteilnehmer suchen sich Abkürzungen, um die gesperrte Bundesstraße 58 zwischen Büderich und Grünthal-Kreuzung zu umgehen - auch, um die deutlich längere Umleitung über die L 460 und Birten zu meiden.

Seit mit dem Start der Osterferien die Sanierungsarbeiten an der B 58 zwischen Grünthal-Kreuzung und der Ortszufahrt Büderich (alte B 58) begonnen haben, mehren sich im Ortsteil Wallach die Beschwerden der Anwohner über eine zunehmend belastende Verkehrssituation: Neben Pkw schieben sich auch Lkw durch das Wohngebiet; und nicht alle halten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. "Vor allem die Anwohner an der Straße Schwarzer Weg sind betroffen", bestätigt Wilhelm Weihofen vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadt Rheinberg. Das Problem: Die Umleitung für Radfahrer führt über Wallach - viele Autofahrer folgen dieser Route.

Zum Hintergrund: Die B 58 ist auf 2,6 Kilometer nur einseitig in Richtung Wesel befahrbar ist, der hier befindliche Kreuzungsbereich mit der Borther Straße (K14) ist noch komplett gesperrt. Verkehrsteilnehmer aus Wesel kommend werden über die L 460 (Xantener Straße) Richtung Birten umgeleitet. Doch diese Umleitung wird offensichtlich vielfach ignoriert. Stattdessen geht es durch Büderich, um noch vor der Sperrung in die Straße Niederwallach abzubiegen. Auch Verkehrsteilnehmern aus Richtung Rheinberg (L 137/Xantener Straße) scheint der Weg über Ossenberg, Borth und Wallach attraktiver, als sich insbesondere zur Hauptverkehrszeit in die Blechschlange auf der B 58 zu reihen.

"Wir haben im Vorfeld der Maßnahme mit dem Landesbetrieb Straßen NRW und der Polizeibehörde überlegt, wie wir genau dieses Phänomen verhindern können, aber gegen Navis ist man fast machtlos", räumt Weihofen ein. Mithin ist es ja nicht verboten, Schleichwege zu nutzen. Damit der Verkehr aber geordnet ablaufe, habe man bei der Polizei verstärkt Kontrollen angefordert, verspricht Weihofen, der an alle appelliert, entsprechend umsichtig zu fahren.

Die Polizei hat bislang keine Verkehrsbehinderungen registriert. "Es ist nicht mehr los als sonst", sagt Kristin Heuken von der Pressestelle der Kreispolizei auf Anfrage. Diese Einschätzung teilt auch "Niederwallach"-Anwohner Ludger Jackowiak ("Luja"): "Bisher war hier nichts los, jetzt ist hier ein bisschen los", fasst er die Situation aus seiner Sicht zusammen.

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Dennoch treibt die Suche nach der "kürzesten Abkürzung" bisweilen bizarre Blüten und verführt zu waghalsigen Fahrmanövern: Ganz offensichtlich hat jemand die stillgelegte Bahntrasse des Esco-Salzbergwerks als Outdoor-Piste genutzt. "Um das zu unterbinden, werden wir dort Baken aufstellen", sagt Weihofen. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat aber auch eine positive Nachricht für alle Verkehrsteilnehmer: Die Sperrung der Kreuzung Borther Straße (K14)/B 58 wird planmäßig am Wochenende aufgehoben. Das werde die Verkehrssituation - insbesondere nach den Osterferien - hoffentlich entzerren.

Die Sperrung hat auch Auswirkungen auf den Busverkehr. So ist bei der Niag die Linie 37 betroffen, hier entfallen zwei Haltestellen in Richtung Alpen. Läuft der Verkehr der Linie 37 in Richtung Wesel normal, so müssen sich Buspendler, die in die andere Richtung unterwegs sind, auf Veränderungen einstellen: Dabei können die Haltestellen Borth Solvay und Rillerbrück nicht angefahren werden, sie entfallen ersatzlos.

Die nächste Zustiegsmöglichkeit besteht laut Niag an den Haltestellen Wallacher Weg und Grünthal. "Durch die Umleitung kommt es zu Verspätungen von zirka 15 Minuten", sagt Tobias Jakubowski, Sprecher der Niag. Er verweist auf die App der Niag, in der Echtzeitinformationen zur Verfügung gestellt werden. Dort werden auch eventuelle Verspätungen der einzelnen Fahrten abgebildet. acf

(RP)