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Ausbildungsinitiative Kreis Wesel: Mit virtuellen Messen zur Lehrstelle

Ausbildungsinitiative Kreis Wesel : Virtuelle Azubimessen

In der Pandemie müssen Betriebe und Jugendliche andere Wege einschlagen, um zueinander zu finden. Die IHK Niederrhein bietet deshalb mit einer virtuellen Messe und einem virtuellen Azubi-Speed-Dating neue Alternativen an.

Wer sich in diesen Wochen und Monaten mit dem Thema Ausbildung beschäftigt, der kommt an einem Begriff einfach nicht vorbei: virtuell. Das weiß auch die niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK), zuständig für die Bereiche Duisburg, Wesel und Kleve. Denn die Corona-Pandemie, so sehr sich die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen auch positiv entwickelt haben, sorgt dafür, dass persönliche Kontakte nach wie vor so reduziert wie möglich gehalten werden sollen.

So müssen sowohl Betriebe als auch Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, eben andere Wege einschlagen, um zueinander zu finden. Die niederrheinische IHK hat sehr schnell auf diesen Umstand reagiert, bot schon im vergangenen Jahr entsprechende Alternativen an und wiederholt diese Möglichkeiten auch in 2021.

„Die erste Anlaufstelle kann unsere Internet-Lehrstellenbörse sein. Sie ist über unsere Homepage zu erreichen und aktuell finden sich dort etwa 500 freie Ausbildungsstellen“, sagt Matthias Wulfert, Geschäftsführer im Bereich Aus- und Weiterbildung bei der IHK Niederrhein. Perspektivisch gesehen ist vor allem die virtuelle Ausbildungsmesse, die von der niederrheinischen IHK gemeinsam mit den IHK Bochum, Dortmund, Essen und Münster durchgeführt wird, eine ideale Adresse, wenn es um die Suche nach einer Ausbildung geht. In diesem Jahr findet die Messe am 8. und 9. Juni zum zweiten Mal statt. Entstanden ist dieses Format natürlich unter dem Eindruck der Pandemie und war gleich bei seiner ersten Auflage im vergangenen Jahr ein großer Erfolg. „Mehr als 1000 Jugendliche haben das kostenfreie Angebot genutzt. Und allein aus unserem Bereich werden diesmal wieder 25 Betriebe dabei sein“, so Wulfert, der gleichzeitig auch stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Niederrhein ist.

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Der Ablauf dieser virtuellen Ausbildungsmesse ist recht simpel und gleicht ein wenig einem Computer-Spiel. Es gibt einen Info-Stand, der angesteuert beziehungsweise angeklickt werden kann und von dort aus können die Jugendlichen virtuell über die Messe flanieren. „Über Chats oder Videocalls können die Interessenten dann mit den Betrieben in Kontakt treten. Sogar Ausbildungsunterlagen können hochgeladen werden“, erklärt Wulfert. Teilnehmen kann jeder, der über einen PC, ein Tablet oder ein Smartphone verfügt. „Da der Besuch der Schulen als unsere eigentliche Plattform aufgrund der Pandemie komplett weggebrochen ist, stellt die virtuelle Ausbildungsmesse eine tolle Alternative dar“, so Matthias Wulfert.

Sie ist aber nicht das einzige Mittel, das die IHK den Jugendlichen an die Hand gibt. Im August wird es auch wieder eine Neuauflage des Azubi-Speed-Datings geben. Diese Variante der Kontaktaufnahme zwischen Jugendlichen und Betrieben hat sich ebenfalls bereits als erfolgreich herausgestellt. „Es ist ein niederschwelliges Angebot, das vor allem den Ausbildungssuchenden nützt, die ein wenig kontaktscheu sind und die sich ohne die formelle Hürde der Bewerbung informieren wollen. „Es ist die unkomplizierteste Methode für Betriebe und Jugendliche, miteinander in Kontakt zu treten“, sagt Wulfert.

Der Ablauf ähnelt einem Speed-Dating mit privatem Hintergrund: Ein kurzes Zeitfenster kann im Vorfeld online gebucht werden. In dem findet dann zur vereinbarten Zeit der kurze Austausch statt. Die stets recht schnell ausgebuchten Termine sind ein klarer Hinweis dafür, wie gut dieses Angebot angenommen wird. Auch die Rückmeldungen der Betriebe zu diesem Format sind laut Wulfert durchweg positiv. Zwischen dem 16. August und dem 3. September geht das Azubi-Speed-Dating über die Bühne. Es richtet sich an Jugendliche, die noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz suchen sowie an Betriebe, die bis dato ihre freien Ausbildungsplätze noch nicht besetzen konnten. Die Unternehmen können sich über die IHK für das Speed-Dating anmelden.

Grundsätzlich hat Matthias Wulfert im Verlauf der Corona-Krise eine leichte Zurückhaltung bei den Jugendlichen festgestellt. „Die Verunsicherung ist schon zu spüren. Viele Jugendliche fragen sich, wie sicher in der aktuellen Zeit ihr Ausbildungsplatz ist“, sagt er. Dabei ist eine gewisse Zuversicht durchaus angebracht. Denn trotz der Krise erweist sich der Ausbildungsmarkt am Niederrhein als stabil. Es gibt in der Region sogar einen Überhang an Ausbildungsplätzen.