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Ausbildung im Kreis Wesel: Sichere Jobs im Dienst der Gesundheit

Serie Ausbildungsinitiative Kreis Wesel, präsentiert von Altana (Folge 4) : Sichere Jobs im Dienst der Gesundheit

Die stillen Riesen unter den Lehrherren: Allein die Holding Pro homine bietet derzeit 260 Ausbildungsplätze.

Großindustrie, Handelsketten, Logistiker, öffentlicher Dienst: Bei der Frage nach den größten Arbeitgebern und Ausbildern werden manche Branchen schnell übersehen. So haben sich im Gesundheitssektor einige Unternehmen längst zu stillen Riesen unter den Lehrherren entwickelt. Einer davon ist die Holding Pro homine, die unter anderem zwei Krankenhäuser und neun Senioreneinrichtungen betreibt.

Zur rund 2960 Mitarbeiter zählenden Belegschaft von Wesel bis Emmerich gehören 260 Auszubildende. Laura Thomalla (20), angehende Kauffrau im Gesundheitswesen, und Marius Lenneps (23), im dualen Studium auf dem Weg zum Gesundheits- und Krankenpfleger samt Bachelor-Grad, sind zwei von ihnen. Beide sind glücklich mit ihrer Berufswahl, loben die Bandbreite der Ausbildungserfahrungen und die Zukunftsperspektiven. Denn wenn es irgendwo sichere Jobs gibt, dann in der Gesundheitsbranche.

In der ändert sich was. Zum einen verbessert die Bereitschaft der Politik, Personalkosten voll zu finanzieren, die Lage im Pflegesektor unmittelbar. Zum anderen sollen die Pflegeberufe für junge Leute attraktiver werden. So steht ab 2020 Generalistik im Mittelpunkt der Ausbildung. Werden in diesem Jahr noch die Starter mit den Zielen Gesundheits- und Kranken- beziehungsweise Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege noch nach dem alten Modus eingestellt (drei Lehrstellen zum 1. Oktober sind in der Pro homine übrigens noch frei), so werden künftig Pflegefachmänner und -frauen ausgebildet.

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Wolfgang Stratenschulte (49), stellvertretender Pflegedienstleiter des Konzerns, findet die breitere Aufstellung vor einer späteren Spezialisierung „absolut vernünftig“. So sehe man nicht nur das Seniorenheim oder nur das Krankenhaus und lerne nun viel mehr kennen. Stratenschulte betont auch die Vorteile des Bildunsgzentrums Niederrhein, das von den Pro-homine-Häusern sowie dem Evangelischen Krankenhaus Wesel getragen wird. Es kann in Kooperation mit den Fachhochschulen Münster und Krefeld besagtes duales Studium anbieten, wie Marius Lenneps es gerade durchläuft. Darüber hinaus haben natürlich auch alle anderen Azubis nach ihrer Lehre noch die Möglichkeit, ein Studium anzuhängen.

Der Weseler Lenneps, der am Andreas-Vesalius-Gymnasium Abitur machte, ist im dritten Jahr und steht kurz vor den Abschlussprüfungen. „Ich kann das nur empfehlen“, sagt er. „Alles ist super geregelt. Es gibt keine Überschneidungen, etwa dass man gleichzeitig für sechs Klausuren lernen müsste.“ Auch dass man in jede Fachrichtung hineinschnuppern könne, habe nicht jeder Arbeitgeber zu bieten.

Breite kennzeichnet ebenfalls die kaufmännische Ausbildung der Weselerin Laura Thomalla, die vom Xantener Berufskolleg Placidahaus (Fachrichtung Gesundheit und Soziales) zur Pro homine kam. Personalwesen, Finanzbuchhaltung, Leistungsabrechnung, Seniorenheim­abrechnung, Qualitätsmangement, Aufnahme in den Hospitälern Wesel und Emmerich, Einkauf, Öffentlichkeitsarbeit, Medizincontrolling und auch das Haus der Gesundheit gehören dazu. Den Blick hinter die Kulissen aller Abteilungen findet sie interessant. Dabei lerne man seine Stärken und Schwächen kennen, sagt Thomalla. Die familiäre Atmosphäre im vegleichsweise kleinen Willibrord-Spital Emmerich hat ihr ebenso gefallen wie die Arbeit mit den sozialen Medien in der Öffentlichkeitsarbeit.

Letztere Station bleibt für angehende Kaufleute im Angebot, auch wenn nun eine Ausbildung für Marketingkommunikation in die Gesamtpalette aufgenommen wird. In der gibt es neben medizinischen Fachangestellten auch die Berufe Fachinformatiker Systemintegration, operationstechnischer Assistent und Elektriker.

Wie Philip Taxidis (29), Ausbilder der Kaufleute, berichtet, werden jedes Jahr drei Auszubildende für die kaufmännische Sparte gesucht. Alle drei Jahre ist ein Fachinformatiker gefragt, was auch für die neue, noch unbesetzte Stelle Marketingkomminkation gelten soll. Von regelmäßig 70 bis 80 Bewerbern fürs Kaufmännische werden zwölf zu einem Auswahlverfahren für die drei Plätze eingeladen. Um die Lehrstelle Fachinformatik bewerben sich 30 bis 40 junge Leute, von denen dann ein Zehntel in die engere Wahl kommt.

Von einem Pflegenotstand, wie in den Ballungsräumen, sei man in der Pro homine „glücklicherweise weit entfernt“, sagt Sabine Seegers, Personalleiterin des Gesamtkonzerns. Gleichwohl ist sie froh, dass zum Beispiel am Marien-Hospital Wesel die Pflegestellen auf nunmehr 277 aufgestockt werden konnten. Aktuell sind für fertig ausgebildete Kräfte fünf Stellen zu vergeben. Kontakt für alle Nachfragen: Tel. 0281 1041027